134 GRIPLA Tante Ingibjörg. Nicht nur die Tatsache, daB sie sich die Múhe mach- ten, diese Hochzeitsgedichte zu verfassen, sondern auch die in der Handschrift AM 996 4to úberlieferten Ausziige von Briefen, die Jón von Kopenhagen aus an Ingibjörg schrieb,8 lassen erkennen, da8 die Brúder ein gutes freundschaftlich-familiáres Verháltnis zu dieser Tan- te hatten. Im Jahre 1738, als Ingibjörg heiratete, waren Jón und Erlendur schon seit lángerer Zeit in Kopenhagen. Im Sommer 1737 kam Erlend- ur jedoch zu einem kúrzeren Besuch nach Island, um eine Erbschafts- angelegenheit zu regeln.9 Wie Hannes Þorsteinsson in seinen hand- geschriebenen Æfir lrðra manna in Þjóðskjalasafn notiert, wurde anláBlich dieses Islandaufenthaltes noch eine zweite Erbschaftsangele- genheit geregelt, und hierbei dúrfte Erlendur auch mit Ingibjörg zu- sammengetroffen sein: 23. sept. 1737 er Erlendur staddur á Söndum í Miðfirði, þá er móðursystur hans fimm taka hann til jafns arfs við sig eptir Ingi- ríði sál. Pálsdóttur systur þeirra, er séra Ormur á Melstað hafði átt (. . .). Als Erlendur im Herbst wieder nach Kopenhagen zuriickkehrte, brachte er seinem Bruder Jón Strickwaren und Geld von Ingibjörg, und - wie man vermuten darf - auch die Nachricht von ihrer be- vorstehenden Heirat mit Brynjólfur. In AM 996 4to findet sich nám- lich fiir das Jahr 1738 folgender Auszug eines Briefes von Jón an seine Tante: Ingebiörgu 24 Maij. Oskad til Lucku giptingen; og beden ad heilsa bonda efne, og virda vel versenn frá mier, er eg vard ad syna lit á fyrer hennar skulld. Þackad fyrer sendjngarnar i fyrra med Erlende, sem mier þottu alls of-miklar, sem var 4 Yíd peisa blá, og híia. og l.rd frá Biórgu, er eg raunar reikna Ingebiórg ege hiá mier. þvi eg giðrde alla Reikninga mina klara vid bádar þær i fyrra. á so Ingebiðrg alls hiá mier 5 YiTá og fyrer huuna og peisuna ad auke, er eg sende níi eckert fyrer, og þad med vilia, fyrst hun vill ei segia Vgl. Jón Helgason, Jón Ólafsson frá Grunnavík, S. 325-26. Siehe íslenzkar æviskrár I, S. 443, und Jón Helgason, Jón Ólafsson frá Grunnavík, S. 26-27.