VIER GEDICHTE FUR EINE HOCHZEIT IM JAHRE 1738 161 In AM 986 4to findet sich auch ein Abschnitt, in dem Jón Ólafsson sich Gedanken iiber die Möglichkeiten der Textunterlegung von Melo- dien macht. Dort heiBt es u.a.: At sómu Lógum, edur Melodíum, verde komed vid ymislega Psalma, qvæde og Vysur er einunges i þvi inne faled, at fiólde Pedum (edur Studlanna[)] standest á; So hæckun og Læckun Lagsens standest á. Abgesehen von den Dedikationen und dem Figurengedicht am SchluB von Gedicht (IV) sind die drei Hochzeitsgedichte von Jón Ól- afsson fúr einen musikalischen Vortrag gedacht und mit entsprechen- den Hinweisen versehen: Der Hauptteil von Gedicht (II) trágt den Vermerk 'Med Cavalleur Dantz Lage.'; die beiden Abschnitte des Vo- tums sind 'Aria.' und '0nnur Aria.' úberschrieben. Úber dem Haupt- teil von Gedicht (III) steht: 'Tcon: Heidr og haa-leit æra, etc'; iiber dem Votum: 'Tcon, AArit hýra nw hid nyja etc'. In Gedicht (IV) heiBt es vor dem Hauptteil ebenfalls: 'Med Cavalleur Dantz Lag.'; der erste Abschnitt des Votums ist úberschrieben: 'med Cantillions Lage.' 15. Die Teile, die zu dem 'Cavalleur Dantz Lag' gesungen werden sol- len, bestehen aus neunzeiligen Strophen, deren dritte und neunte Zei- le wiederholt wird. Aus Dánemark ist tatsáchlich eine Melodie dieses Namens uberliefert, die zu einem Text mit diesem Rhythmus paBt.25 Sie trágt den Titel 'Cavaleer-Dandsen' und ist als Nr. 201 in A. P. Bergreens Danske Folke-sange og Melodier, Kopenhagen 1869, abge- druckt. An dem dort unterlegten Text 'Jeg lader mig skære en sortebruun Troie . . .' fállt vor allem auf, daB die lángeren, vierhebigen Zeilen 3, 6 und 9 nicht untereinander oder mit anderen Zeilen reimen; bei Jón Ólafssons Strophen ist dies dagegen durchwegs der Fall. Eine Diskrepanz zwischen der uberlieferten Melodie mit dem dá- nischen Text und den Strophen Jón Ólafssons besteht darin, da8 in den islándischen Strophen die Zeilen 1+2 und 4+5 jeweils weiblichen, die Zeilen 7+8 dagegen stets mánnlichen Endreim haben. Da Jón An dieser Stelle möchte ich Svend Nielsen von Dansk Folkemindesamling in Kopenhagen danken, der mich nicht nur auf die Melodie bei Berggreen aufmerksam gemacht, sondern auch fiir mich nach einem Kotillon, der zu dem entsprechenden Abschnitt in Gedicht (IV) passen wúrde, gesucht hat.