Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1926, Side 2
Drura sei willkommen, goldner Strahl,
Der du mit Glanz umsáumst das Tal
Und Wasserfall und Fels und Schnee
Und blauen Heidesee!
Ubersetzt von Wilhelm Klose
2. RITT
von Jóhann Jónsson:
Bald dunkelt die Nacht, mein RoB, komm, wir reiten!
Fort mit den Stiirmen uber Höhen und Breiten!
Hei ho!
Triff, gutes Schwert, und die Ketten zerhau!
Nun springe, mein Faxi, ins weite Geblau!
Er dröhnt in den Grúnden, der Berg hallt es wieder.
Nur vorwárts mein Renner, durch die Nacht auf und nieder!
Hei ho!
Wie lustig der Wind in der Máhne dir lacht,
In dem krausen Gewirr der meerdunklen Pracht!
Fern liegt schon die Jugend von Tráumen umwoben,
Schon hör’ ich das Rauschen der Ströme dort oben.
Hei ho!
Und herbstlicher Sttirme erwachender Ruf
Uacht laut um die Wette mit dem trampelnden Huf.
Hei ho, hei ho, hei ho! Deutsch von G. Wolf-Weifa
II. NOCH EINMAL EINAR JONSSON
Zu den Ausfúhrungen in Jahrg. XIII, Heft 3/4 úber den eigenartigen islán-
dischen Kúnstler fúhle ich mich gedrungen, noch einiges nachzutragen
und eine Erklárung zu geben, worauf der ungewöhnlich starke Eindruck
beruhte, den ich am Sonnenwendtag 1925 im Museum des Kúnstlers emp-
fangen habe. Um so mehr muB hier noch einmal von dem einzigen is-
lándischen Bildhauer gesprochen werden, als kúrzlich, Ende des Jahres 1925,
eine Monographie erschienen ist, welche den weitesten Kreisen einen Ein-
druck seines Schaffens vermitteln soll. Das sehr reichhaltige Bilderbuch
zeigt nicht nur die plastischen Werke, sondern — úberraschend — auch
in guten Farbendrucken die malerischen Bestrebungen Einars. Es ist
erschienen in Kopenhagen „Prentsmiðja Martius Truelsens". Der nicht
sehr umfangreiche Text ist in islándischer Sprache verfaBt von Guðmund
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