Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1926, Side 17
Reiterinnen von anderen Höíen einfanden. Wenn wir dabei auf Wiesengrunde kamen,
wurden fast regelmáBig Wettrennen unternommen.
Je lánger ich da war, desto besser gefielen mir die „Mývetningar" und ihre schöne
Heimat und ich möchte jedem Islandreisenden empfehlen, das Mývatn, wenn es irgend
möglich ist, zu besuchen und da ruhig einige Tage zu opfern. Nur muB man sich nicht
gerade in dem etwas hotelmáBig gewordenen Reykjahlíð einquartieren.
Wenn man auch durch Tausch ziemlich gebunden ist, und nicht herumreisen kann
wie man will, so ist er nach anderer Seite hin doch sehr zu empfehlen, da man durch
langeren Aufenthalt auf einem Hof viel besser die Islánder und ihre Sitten kennenlernt,
als durch stándiges Reisen, ganz abgesehen von den ganz bedeutend geringeren Kosten
eines solchen Aufenthaltes. Olaf Klose
VII. BÚCHER ÚBER ISLAND UND FÁRÖER
1. DR. WOLFGANG KRAUSE, Die Frau in der Sprache der altislándischen Familien-
geschichten. Göttingen 1925. Brosch. 16,— Mk.
Dieses stattliche Buch von 250 Seiten in GroBoktav wird manchem eine willkommene
Gabe sein.
Es liegt hier eine sorgfaltige Sammlung des gesamten Materials vor, das sich in der
angegebenen Literatur auf die Frau bezieht. Aber nicht in áuBerlich-mechanischen
Sammlungen erschöpft sich etwa der Inhalt, sondern der Verf. zeigt sich vollkommen
unterrichtet in der gesamten altnordischen Literatur und bringt gar oft wichtige Er-
gánzungen aus anderen Quellen. Auch hat er wohl MaB zu halten verstanden in der
Anfuhrung solcher Stellen, wo dieselben Vorstellungen, Anschauungen und Ausdriicke
wiederkehren, so daB die Lekture des Buches nirgends ermudet. In zwei Teile mit
vielen Unterabteilungen ist der reiche Stoff gegliedert: „Wesen und Stellung der Frau
im allgemeinen in der Sagasprache" und „Die Frau in der Entwicklung ihres Lebens
in der Sagasprache". Die genaue Behandlung aller hier einschlágigen Ausdrúcke ist
sehr schátzenswert, besonders fúr den Anfánger in der Lektúre der Sagas, weil ihm
auf diese Weise vollkommene Klarheit in einer Menge von Wörtern und Bezeichnungen
gegeben und deren Sinn und Reichweite verdeutlicht wird. Und damit liefert das Buch
einen sehr schátzenswerten Beitrag zur Kulturgeschichte. Denn aus der Erklárung des
sprachlichen Materials in vollem Umfang ergibt sich naturlich auch ein klares Bild der
sachlichen Anschauungen und Zustánde. Der Verf. hat alle angefúhrten Stellen zur
Unterstútzung des Verstándnisses auch ins Deutsche úbersetzt, was ihm mancher
danken wird, dem die Saga lieb geworden ist, ohne daB er mit ihrer Sprache sich be-
scháftigt hat; also auch ohne Kenntnis des Altnordischen und ohne eigentlich sprach-
liches .Interesse kann man diesem Buche viele Anregung und Belehrung verdanken.
Es bietet aber dem, der es zu wúrdigen weiB und entgegennehmen will, noch mehr.
Der Verfasser ist Indogermanist und weiB daher auf etymologischem Gebiet dem Sprach-
wissenschaftler viele Anregungen zu geben, mehr gelegentlich, gar nicht aufdringlich;
und daB ein Mann mit weitem Blick und guter wissenschaftlicher Schulung hier arbeitet,
der niemals von der Masse des Stoffes erdrúckt wird, der immer klar und zielbewuBt
den Gang der Erörterung zu fuhren weiB, gibt dem Buche seinen besonderen Reiz.
Der Druck hatte stellenweise etwas sorgfáltiger úberwacht werden können. W. H.
2. FÖROYA ADRESSUBOK. Fœröernes Adressebog. 1926. Tórshavn 1925. 200 S.
Das zum erstenmal erscheinende und mit Unterstútzung des fárischen Lagtings von
M. A. Jacobsen, Poul Niclasen und Jacob Jacobsen herausgegebene AdreBbuch —
bisher war man immer noch auf Kraks Vejviser angewiesen — bringt eine Menge Inter-
essantes und Wissenswertes úber die Inseln. Auf 38 Seiten finden wir zuerst eine Be-
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