Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Blaðsíða 13
13
genug sehen konnte, um zu mahen, und fast vollstandig dun-
kel in den Hausern.*
Diese Finsternis war total im siidwestlichsten Teil des
Landes und auf 64° NB und 20° WL, wo die Finsternis
von 1302 bis 1530 nach wahrer Sonnenzeit dauerte und 10/20
vom Durchmesser der Sonne sich verfinsterten. An diesem
Tage, dem 16. ]uli 1330, war der Mond 28 Nachte alt nach
Kalenderrechnung, was mit Qott. annál. iibereinstimmt. In
Skál. jedoch ist der Mond eine Nacht jiinger gerechnet, was
wahrscheinlich auf Fehlschreibung zuriickzufiihren ist. An-
dererseits ist das Datum falsch in Goft. (xiiii kal. Aug. = 19.
]uli), was zweifellos auf Verlesung zuriickgeht: v = u = ii.
Hora nona = 15h stimmt auch gut uberein mit der Tatsache,
dass die Verfinsterung um 14h 20ra Sonnenzeit am grössten
war. Doch dauerte sie tatsáchlich nahezu 2>/2 Stunden lang,
wo Gott. von »hálfa eykt« oder D/2 Stunden spricht. Þor-
valdur Thoroddsen áussert1) die Ansicht, dass die Finsternis,
die Königsannáll (Reg.) fiir diesen Sommer erwáhnt, durch
vulkanische Ausbriiche verursacht worden sei. Mir jedoch
erscheint es náherliegend, dass hier die Finsternis vom 16.
]uli gemeint ist.
1330. Eclipsis lune um miðnætti in festo Stephani. (Skál.).
»Eine Mondfinsternis um Mitternacht am Stephansfest (26.
Dezember).«
Eclipsis lune ii nótt jóla xiiii nátta (Gott.).
»Mondfinsternis in der zweiten Weihnachtsnacht bei 14-
náchtigem Mond.«
Diese totale Mondfinsternis begann eine halbe Stunde nach
Mitternacht nach islándischer Zeit, am 26. Dezember 1330.
Zu der Zeit war der (zyklische) Mond 14 Náchte alt, so
dass also die Angabe richtig ist.
1339. Eclipsis solis nono ]ulii (7. ]uli) hora sexta, luna
xxviii. Sá stjörnur á himni um miðdegis skeið. (Skál.).
»...Man sah um die Mittagszeit Sterne am Himmel.*
Varð eclipsis solis um allt Island næsta dag fyrir Selja-
mannavöku (Lög.).
1) Árferði á íslandi, Kbhvn. 1916—17, S. 36.