Mitteilungen der Islandfreunde - 01.10.1916, Blaðsíða 8

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.10.1916, Blaðsíða 8
hatte, verlebte einige Winter auf Laugaból und fing aus Langeweile ein Liebesverháltnis mit Þórdís an, der schönen Tochter der Witwe Gríma auf ögr, einem Hof am áuBersten Ende des östlichen Skötufjörður. Als Þor- móðr trotz aller Vorstellungen Grímas, die ihre Tochter nicht ins Gefede kommen lassen wollte, von seinen Katersteigen nicht ablieB, dang Gríma ihren Knecht Kolbakr, den Þormóðr zu iiberfallen, wáhrend er iiber das Eis der Bucht nach Hause ginge, nachdem sie ihn mit Zauber so gehártet hatte, daB ihn keine Waffe verletzen konnte. Der Uberfall gelang, Þormóðr blieb sein ganzes Leben lang linkshándig. Gríma aber schenkte dem durch diese Tat friedlos gewordenen Knechte die Freiheit, darauf ritten sie mit zwei Reit- und zwei Lastpferden heimlich bei Nacht ,,von ögr iiber die Glámu- heiði nach dem Arnarfjörðr und dann uber das Hochland und die Berge entlang nach der Barðaströnd und kamen in der Nacht nach dem Fjord Vaðill“ (heute Hagavaðall). Gríma und Kolbakr haben also die Gláma vöm Skötufjörður („Rochenfjord") aus iiberschritten nach dem Borgarfjörður zu, dem nordöstlichen Seitenfjord des Arnarfjörður; sie haben den gewöhn- ichen Glámuweg also etwa in der Mitte erreicht. Leider ist weder auf dem Hin- noch auf dem Riickwege die Lánge der Zeit angegeben; denn daB sie von ögr bis Vaðill nur die Nacht des Aufbruchs bis zur náchsten unter- Wegs geWesen wáren, ist ganz ausgeschlossen. Zwei volle Tage wird der Ritt zum mindesten beansprucht haben, Wenn sie iiberhaupt an einem Tage von ögr nach dem Borgarfjörður gekommen sind. In der groBen Sturlunga saga, die die letzte Zeit des isl. Freistaates und seinen Untergang behandelt, wird einmal die Glámuheiðr, zweimal die Gláma erwáhnt (Ausg. von KSUund, Kop. 1906—1911, Bd. I, S. 312 [Biskupas. I, 671]; 362, 452). Im Friihjahr 1213 um Langfasten brach der nichtswiirdige Þorvaldr Snorrason vom I'safjörður mit 32 Mann auf, um den edlen, kiinst- lerisch hoch und religiös tief veranlagten Hrafn Sveinbjarnarson auf seinem Hofe Rafnseyri am Atnarfjörður zu iiberfallen. Sie zogen uber die Glámu- heiði nach dem Arnarfjörður, und als sie auf den Grund dieser Bucht niedergestiegen waren, banden sie die Bewohner, damit keiner ihren An- schlag verraten könnte. Der Oberfall gelang. Im Jahre 1222 schickte Þor- valdr von Reykjanes an dem Vatnsfjörður, der nördlichen Bucht zwischen Mjófi- und I'safjörður, den Halbjörn Kalason tiber die Gláma nach Sandar in der Mitte des Dýrafjörður. Leider wird dieDauer derReise nicht angegeben. Im Jahre 1234 endlicli zog O'rœkja mit 45 Mann tiber die Gláma, andere 45 Mann zogen tiber die Hestfjarðarheiði und vereinigten sich im Arnar- fjörður, um Oddr Alason auf Rafnseyri zu tiberfallen. O'rækja schlug also den gewöhnlichen Weg tiber die Gláma ein, die andere Schar blieb etwas nördlich. Im Jahre 1392 ritt der islándische Háuptling Vigfús I'varsson

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