Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1929, Blaðsíða 4

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1929, Blaðsíða 4
1 Islands Nordkap ist 550 m hoch und ist von Frisack, Scheel, J ónas Hall- grímsson (1839/40), J. Steenstrup (zu derselben Zeit), Thoroddsen (1886) und Offizieren des dánischen Generalstabs (1914) bestiegen1. Der griin- bewachsene Sattel Almenningaskarð, bis wohin man gewöhnlich nur klettert, 244 m hoch, ist vom Hofe Horn 2 km entfemt, man gebraucht bis dahin 45 Minuten. Die Felsen fallen fast senkrecht ins Meer hinab, zur Dinken ragt das nicht zu ersteigende Vestrarhom, zur Rechten der zackige Turm Kálfatindur unmittelbar im Meere, auch er ist nicht zu besteigen. See- vögel briiten hier zu vielen Tausenden, der Blick schweift ungehemmt úber das Eismeer und sieht nicht selten Eisberge oder gröBere Eismassen fern am Horizont; im Juli kann man von hier die Mitternachtssonne bewundern. Beschrieben und abgebildet ist das Nordkap mehrere Male, allerdings nur nach demEindruck, den es vomMeere aus auf den voruberfahrenden Reisen- den macht. Daium sindauchfastalleAbbildungen, die ich kenne, nicht ganz richtig, auch nicht das in meinem Island (III, S. 24), weil sie nicht die charak- teristische Einsenkung zeigen können, da der Dampfer zu weit drauBen im Meer bleibt; das beste Bild hat Daniel Bruun, Turistruter paa Island, I, Kopenhagen 1913, S. 13. Die schönste Beschreibung des Nordkaps gibt Andreas Heusler in seinen Bildem aus Island (Deutsche Rundschau, XXII, 11, S. 223). Das Fangen der Vögel und Sammeln der Eier auf dem Homberg, der der höchste und gröBte Nistplatz auf ganz Island sein dúrfte, ist auBerordent- lich gefáhrlich und friiher schon von mir geschildert worden (Island, III, S. 25), eingehender noch, unter Heranziehung mancher volkstúmlicher Ge- bráuche und Benennungen, von Thoroddsen (Ferðabók, II, S. 83—85). Die Hauptmasse der Vögel besteht hier aus dúnnschnábligen Rummen; Papageitaucher kommen am Homberg gar nicht vor. ögmundur erzáhlte mir gerade, daB im Herbst 1879 wáhrend einer Sturm- flut eine Menge Sand und Kies in die Bucht Hafnarbás gefegt wurde, so daB man auf einem sandigen Strande gehen konnte, wo frúher 2—4 m tiefes Wasser gestanden hatte, und daB Kies und Treibholz von der Bran- dung auf 40—50 m hohe Kústenfelsen geschleudert wurden (vgl. Thoroddsen, Island, S. 74), da stieg plötzlich, wie aus einer Esse, Nebel zwischen den beiden Bergen empor und schloB uns völlig ein. So schnell wie möglich liefen wir nach dem Hofe Hom zurúck. Gem wáre ich eingekehrt und 1 Im Jahre 1900 war Fridtjof Nansen, als die norwegische Regierung einen eigens fiir die Meeresforschung gebauten Dampfer nach Island und Jan Mayen schickte, vor dem Nordkap: „Es war wie ein GruB vom Franz-Joseph-Land. Die schroffen, schwarzen Basaltwknde unten, darhber die groBe obere Schneeflkche und dann der Gletscherkamm, der oben im Nebel verschwand" (S. 124). „Niedergedríickt von Erinnerungen, fast bis zur Verkriippeiung, Iebt Island in der Vorzeit — vergiBt die Gegenwart" (Nansen, Frei- luftleben. Leipzig 1920. S. 1x8). 76 J

x

Mitteilungen der Islandfreunde

Beinir tenglar

Ef þú vilt tengja á þennan titil, vinsamlegast notaðu þessa tengla:

Tengja á þennan titil: Mitteilungen der Islandfreunde
https://timarit.is/publication/323

Tengja á þetta tölublað:

Tengja á þessa síðu:

Tengja á þessa grein:

Vinsamlegast ekki tengja beint á myndir eða PDF skjöl á Tímarit.is þar sem slíkar slóðir geta breyst án fyrirvara. Notið slóðirnar hér fyrir ofan til að tengja á vefinn.