Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1929, Blaðsíða 24
benutzte diese Handschriít zur Herausgabe seines Glossars zu Hammershaimbs „Farösk
Anthologi" 1891 und zu seinen (Jakobsens) „Fáröske Folkesagn og Aeventyr" 1898
bisigoi. Der íarische Geistliche Andreas Christian Evensen begann 1905 die Heraus-
gabe eines Wörterbuchs, von dem jedoch nur 160 Seiten (A—Fo) bis 1908 erschienen.
Mit Hilfe staatlicher Unterstiitzung und unter Mitarbeit einer Anzahl Faringer ist es
nunmehr den genannten M. A. Jacobsen und C. Matras gelungen, das vorliegende
erste gröBere farische Wörterbuch im Druck herauszubringen. Es umfafit die meisten
in der Unterhaltung und in der farischen Literatur gebrauchlichen Worte, und zwar
wie die Herausgeber bemerken, etwa die Halfte aller in der farischen Sprache vor-
kommenden Ausdrucke. Das Werk ist vortrefflich ausgefuhrt und jedem, der sich
fur die Fáröer interessiert, schlechthin unentbehrlich. Besonders wertvoll ist auch
die genaue Aussprachebezeichnung. H. E.
VI. KLEINE NACHRICHTEN
Úber seinen Askja-Besuch im Juli 1927, der leider nur allzu kurz war, und den er
mit dem islandischen Studenten der Geologie, J. ’Askelsson, unternahm, berichtet
der Botaniker Wilhelm Lamprecht, Berlin, in der Zeitschrift fúr Vulkanologie, 1928,
Bd. 11. Prof. Hans Reck, Berlin, ergánzte den Aufsatz durch einige wertvolle Be-
merkungen und Vergleiche mit frúheren Forschungen. Den Pflanzenwuchs in der
Askja fand Lamprecht spariich; immerhin konnte er eine Anzahl verschiedener Gat-
tungen, und zwar auBer Moosen und Flechten, auch Blútenpflanzen feststellen. Als
typisches Gras fand er Poa glauca in auskeimendem Zustande.
Thorkell Thorkelsson erforschte 1927 die heiBen Quellen der Halbinsel Reykjanes und
veröffentlichte die Ergebnisse seiner höchst interessantenUntersuchungen in einer Ab-
handlung „On thermal activity in Reykjanes" als Heft 3 der Schriften der islándischen
Gesellschaft der Wissenschaften, Reykjavlk 1928.
t)ber die zuletzt von uns erwáhnten Forschungen des islándischen Geologen Guðmundur
G. Báröarson, Reykjavík, úber seine neuen vulkanologischen Forschungen und Ent-
deckungen auf Reykjanes ging uns der erhoffte ausfúhrlichere Bericht bisher nicht zu.
Von eigentúmlichen Lichtcrscheimmgen auf Island meldeten ktirzlich islándische wie
deutsche Zeitungen, ohne daB jedoch bisher ÁuBerungen von Fachleuten hierzu bekannt
geworden sind.
Der Winter 1928/29 war auf Island im Gegensatze zu unserm deutschen Winter durchweg
recht mild, namentlich im Súdland; doch wurden aus dem Nordland gröBere Schneefálle
bei Kálte bis — 130 C gemeldet.
Edda, Nachdichtung altgermanischen Götter- und Heldensangs von Hans VoB, er-
schien 1928 in der Auswahlreihe des Volksverbandes der Bticherfreunde, Wegweiser-
Verlag, Berlin. Das Werk wird nur an Mitglieder des Volksverbands zum Preise von
3,30 Rm. gebunden (326 S.) abgegeben.
Die Edda in der Ubertragung von Karl Simrock, herausgeg. von Gustav Neckel, er-
schien bereits 1926 bei der Deutschen Buchgemeinschaft, Berlin. Auch dieses Werk
ist bedauerlicherweise nicht im Buchhandel erháltlich, sondern wird nur an Mitglieder
der Buchgemeinschaft abgegeben.
Aus der Edda verdanken wir eine wenig bekannte, dichterisch hochstehende deutsche
Ubersetzung einiger Áuszúge Friedrich Wilhelm Weber, dem Verfasser von „Dreizehn-
linden"; sie findet sich in seinen „Herbstbláttern".
Die neuen Fahrpláne fúr 1929 der regelmáBigen Dampferlinien zwischen Island und
Deutschland (Hamburg) sowie Island — Kopenhagen zeigen wieder verschiedene Ver-
besserungen und Erleichterungen; insbesondere wurden die direkten Fahrten ohne
Umsteigen von Hamburg nach Reykjavík vermehrt und teilweise bis Akureyri durch-
gefúhrt. Interessenten erhalten dieFahrpláne unentgeltlich vom Eimskipafjelag Islands,
Kopenhagen, K., bzw. von Det Forenede Dampskibs-Selskab, Kopenhagen, K. Die
Fahrpreise sind unverándert und bei beiden Linien dieselben.
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