Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Síða 8
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dische Annalen nicht die Sonnenfinsfernis von 1147 anfiihren,
und betrachtet das als ein Zeugnis dafiir, dass man sich hier
damals nicht zur Regel gemacht hatte, Finsternisse zu ver-
zeichnen.
1184. Myrkur um suðurlönd. (Skál. Flat. Reg ). »Finsternis in
den Siidlanden*. Gott. hat. »suðurland< (= Siidland) an Stelle
von »sudurlönd«.
Das kann sich nicht auf die Sonnenfinsternisse vom 11.
Mai oder vom 5. November 1184 beziehen. Mir ist auch
nichts iiber einen Vulkanausbruch in diesem Jahre bekannt,
der Veranlassung zu diesen fíusserungen hátte geben können.
Wahrscheinlich handelt es sich hier um die Sonnenfinsternis
vom 1. Mai 1185, die total war im siidlichen Norwegen und
im nördlichsten Teil Schottlands. Auf Island war diese Fin-
sternis auch bedeutend, denn 4/s vom Durchmesser der Sonne
waren verfinstert. Hier war die Finsternis am grössten in der
ersten Stunde nach Mittag.
1186 oder 1187. Þá dró myrkur fyrir sól um miðdegi,
svo að margir óvitrir menn ætluðu verða mundu heimslit.1)
»Zu der Zeit zog eine Finsternis iiber die Sonne um die
Mittagszeit, sodass viele törichte Leute glaubten, die Welt
wurde untergehen*.
Beckman2) ist der Ansicht, dass es sich hier um die Son-
nenfinsternis vom 4. September 1187 handele. Diese war total
in kurzer Entfernung nordöstlich von Island. Hier im Lande
jedoch verfinsterten sich etwa 5/6 des Sonnendurchmessers,
sodass die Finsternis auch hier recht auffállig war. Aber diese
Finsternis war am grössten gegen neun (Jhr vormittags, und
das stimmt schlecht mit den Worten »um die Mittagszeit*
uberein. Eine andere Lesart findet sich in den Biskupasögur3)
dort steht »um daginn* (»bei Tage«), doch wiirde man sich
kaum in Bezug auf eine Sonnenfinsternis so ausgedruckt
haben, die um neun Uhr morgens stattfand. Es könnte daher
eine Zweifelsfrage sein, ob es sich nicht um die Finsternis
1) Sturlunga saga I, Reykjavík, 1908, S. 189.
2) Xenia Lideniana, S. 17.
3) Bisk. I, Kbhvn. 1858, S. 432.