Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Page 9
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vom 1. Mai 1185 handele, die am stárhsfen kurz nach Mittag
war, wie schon bei der vorigen Finsternis erwáhnt wurde.
In der Saga ist der Jahreszahl keiner Erwáhnung getan, son-
dern nur gleichzeitiger Ereignisse. Da nun einige von ihnen,
wie die Eroberung Jerusalems, im Jahre 1187 geschahen,
wáre es vielleicht richtiger gewesen, hier mit dem Jahre 1187
zu datieren, und Nat. Beckman verfáhrt auch so.
1193. Myrkur hið mikla x kal. Maii (Skál. Reg. Gott. Flat.).
»Die grosse Finsternis x kal. Maii (22. April).«
Myrkur mikið fyrir gagndag hinn eina1). »Eine grosse
Finsternis vor Litania major (25. April)«.
Die Jahreszahl ist in der letztgenannten Quelle nicht un-
mittelbar angegeben, die Finsternis scheint aber mit den
Ereignissen des Jahres 1194 zusammenzugehören. Die Jahres-
zahl der Annalen dagegen ist falsch. Diese Sonnenfinsternis
trat ein am 22. April 1194 und war total im nördlichsten
Island.
1211. En viku fyrir andlát Páls biskups sýndist tungl svo
sem roðra væri og gaf eigi ljós af sjer um miðnætti í heið-
viðri og bauð það þá þegar mikla ógn mörgum manni...
(Páll biskup) andaðist þriðja dag viku, einni nótt fyrir Andres-
messu og var þá liðið frá guðsburð fjögur ár hins þrettánda
hundraðs2).
»Eine Woche vor dem Ableben des Bischofs Páll sah der
Mond aus, als ob er blutgefárbt wáre, und das verur-
sachte sogleich manchem Manne Furcht ... (Bischof Páll)
starb am dritten Tage der Woche (Dienstag), eine Nacht vor
der Andreasmesse (= 30. November), und da waren ver-
gangen seit der Geburt Christi vier Jahre des dreizehnten
Jahrhunderts*.
Die Saga benutzt hier die Zeitrechnung der Hungurvaka,
und deshalb muss man 7 zur Jahreszahl der Saga hinzufiigen,
um die richtige Jahreszahl zu bekommen. Ðischof Páll starb
am 29. November. Die Mondfinsternis musste dann am 22. Nov.
um Mitternacht gewesen sein. Das stimmt auch, denn eine
1) Bisk. I, Kbhvn. 1858, S. 441.
2) Bisk. I, S. 145.