Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Side 33

Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Side 33
33 Wortes »Formörkelse«. Die Zahlung der Tagesstunden von morgens 6 Uhr an wird nun fallen gelassen und die Tages- einteilung aufgenommen, die heute iiblich ist, namlich dass um 12 Uhr Mittag ist. Doch halten sich nebenher die islándischen »eyktir« (Zeitraum von 3 Stunden = i/s Tag) unverándert. — Auch mag erwáhnt werden, dass man zu jenen Zeiten begann, Uhren nach Island zu bringen, denn es wird erwáhnt, dass Guðbrandur Þorláksson, Bischof auf Holar, im Jahre 1571 eine Uhr von Kopenhagen mit nach Hause brachte; er war damals gerade zum Bischof geweiht worden. Páll E. Olason ist der Ansicht, dass Uhren damals selten auf Island zu finden waren1). Den grössten Teil der Zeit, um die es sich hier handelt, sind Uhren auf Island jedoch eine Selten- heit gewesen, denn um 1674 sagt Bischof Þórður Þorláksson, dass Uhren auf Island fast gar nicht gebraucht wiirden2). Ein zweiter Faktor, der jetzt in Betracht kommt und Ein- fluss auf die Berichte der Leute iiber Finsternisse gewinnt, sind die jáhrlichen Almanache. Dánische Almanache wurden jáhrlich herausgegeben seit 15843) und wahrscheinlich in der Regel auch in den Jahren 1570—1583. Zweimal, 1637 und 1726, erwáhnen Annalschreiber Almanache im Zusammenhang mit Finsternissen, doch findet man háufiger Anzeichen dafiir, dass sie ihre Berichte iiber Finsternisse nach Almanachen geformt haben, so etwa 1630, 1645 (Sonnenfinsternis), 1729 und 1733. Aus diesen Griinden ist es oft schwierig, eine Ent- scheidung dariiber zu treffen, was Beobachtung und was Almanachen entnommen ist. Das vermindert in gewisser Hin- sicht die Bedeutung der Berichte. Gliicklicherweise sind die meisten Almanache noch auf den Bibliotheken in Kopenhagen und von den spáteren Jahren auch auf der Staatsbibliothek in Reykjavik vorhanden. Ziemlich viele von den Almanachen in Reykjavik sind deutsch; das zeigt, dass man hier in Island anfangs in nahezu gleichem Masse deutsche wie dánische Almanache benutzte. Ich hatte in nur sehr geringem Masse 1) Menn og Mentir, III, S. 485. 2) Þ. Thoroddsen, Landfræðissaga Islands, II, S. 140. 3) Schroeter, Haandbog i Kronologi, !I, Oslo, 1926, S. 397. 3

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