Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Side 34
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Gelegenheit, selbst die Almanache in Kopenhagen zu untersuchen,
doch genoss ich die Hilfe des Herrn Bibliothekar Dr. phil.
Sigfús Blöndal, Kopenhagen, der die Almanache fúr mich unter-
suchte und mir einen Bericht zukommen liess úber das, was
die Almanache úber Finsternisse in den Jahren aussagen, die
hier in Frage kommen. Ich möchte ihm an dieser Stelle fúr
diese wertvolle Hilfe meinen herzlichsten Dank sagen.
In den Jahren 1572—1577 erwahnt Skarðsárannáll einige
Finsternisse, und man kann als sicher annehmen, dass sie
alle aus derselben ursprúnglichen Quelle stammen. Einige
von diesen Finsternissen waren so wenig auffállig, dass all-
ein nur diejenigen sie bemerkt haben, die vorher gewusst
hatten, dass eine Finsternis dann oder dann eintreten sollte.
Von der ersten Finsternis (1572) ist das gewiss, dass síe
auf Island nicht gesehen worden ist, und nichts beweist di-
rekt, dass die anderen Finsternisse hier im Lande beobachtet
worden sind. Es kann also sein, dass dies aus einer aus-
lándischen (dánischen) Quelle entnommen ist, und das passt
oft gut zu der Zeit, zu der die Finsternisse stattgefunden
haben sollen. öberhaupt wird gesagt, dass diese Finsternisse
doppelt so lange gedauert haben, als meine Ausrechnungen
ergeben. Es sieht beinahe so aus, als ob die Zeit nach hal-
ben Stunden gerechnet worden wáre.
Das, was Skarðsárannáll úber die Finsternisse in den Jahren
1595 — 1601 sagt, ist entweder ungenau oder weniger richtig,
so dass man sich in diesen Jahren auf andere Quellen stútzte
als vorher. Auch das, was das Annal úber die Mondfinsternis
von 1633 sagt, stimmt nicht mit den Berechnungen úberein.
Hingegen ist richtig und ziemlich genau úber die Finster-
nisss von 1630 berichtet und wahrscheinlich auf Grund ei-
gener Beobachtung, obgleich Rúcksicht auf den dánischen Al-
manach genommen ist, was die Zeit anbetrifft. Wahrschein-
lich erwáhnt der Verfasser des Skarðsárannals nicht alle
ihm bekannten Finsternisse, weil der dánische Almanach,
den er brauchte, vorher darúber berichtet hatte. Doch hatte
er einen besonderen Grund, die Mondfinsternis von 1637 zu
erwáhnen, denn der dánische Almanach fúhrte sie nicht auf,
wie der Verfasser des Annals selber betont.