Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Síða 35

Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Síða 35
35 Sonderbar und beachtenswert ist, dass verschiedene der »Verfinsterungen,« die die Annalen erwahnen, nicht Finster- nisse im gewöhnlichen Sinne des Wortes waren. Hier kann man in ersfer Linie die Finsternisse vom 4.-6. Oktober 1645 nennen. Sie werden am besten dadurch erklart, dass irgend- welcher Staub in der Luft die Sonne an diesen drei Tagen iiberschattet hat. Die Annahme liegt nahe, dass vulkanische Asche diese Staubwolken bildete. Doch ist mir nichts iiber vulkanische Ausbriiche in diesen Jahren bekannt, die hier auf Island Aschenstaub in der Luft verursacht haben könnten. öber inlandische Ausbriiche ist nichfs bekannf, auch wiirde sich das nicht mit der Beschreibung der Finsternisse verein- baren lassen. Weil diese Finsternisse nicht langer dauerten als ungefahr drei Stunden an jedem Tage, schalzungsweise von 10V2—13V2 (Sonnenzeit), muss der Staubstreifen ziem- lich schmal von Osten nach Westen gewesen sein. Aber da er die Sonne 3 Tage hintereinander zur selben Zeit iiber- schattete, hat sich sein Verhaltnis zum Beobachtungsstandort innerhalb dieser Zeit in betrachtlicher Weise nicht verandert. Nun scheint es mir ausgeschlossen, dass die Staubwolke sich so lange Zeit am selben Ort gehalten habe; denn das hatte Windstille wahrend so langer Zeit hoch oben in der Atmo- sphare vorausgesetzt; das spricht aber gegen meine Erfahrung in Bezug auf die Windverhaltnisse in den oberen Luftschich- fen. Hingegen kann es vorkommen, dass sich dort oben die Windrichtung so lange unverandert halt. Dann muss der Staubstreifen von Norden nach Siiden verlaufen sein, und deshalb kommen keine anderen Winde in Betracht als siid- liche oder nördliche. Man kann als sehr wahrscheinlich an- sehen, dass diese Beobachtung im siidwestlichen Teil Islands gemacht worden ist und dann am ehesten im Borgarfjörður oder in der Kjósarsýsla. Deshalb kann kaum von siidlichen Luftströmen gesprochen werden, denn in der Regel folgt ihnen in diesen Gegenden bewölkter Himmel. Dagegen ist der Himmel gewöhnlich wenig bewölkt bis wolkenlos bei Nordwind, und die Luftströmung reicht oft hoch in die Luft ohne wesentliche Richtungsánderung. Leider ist es mir nicht gelungen, herauszufinden, wie die Witíerungsverháltnisse hier

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