Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Síða 36
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an jenen Tagen, vom 4.-6. Oktober gewesen sind. In den
islandischen Annalen habe ich nichts gefunden, was direkte
Auskiinfte iiber die Wetterlage hier um jene Zeit geben
könnte. Und nach den Auskiinften vom Meteorological Office,
London, und von Det norske meteorologiske Institut, Oslo,
sind weder in England noch in Norwegen Quellen iiber die
Wetterlage auf dem Meer um Island herum zu finden. Ich
danke hiermit den Leitern dieser Institute fiir die Oefállig-
keit, die sie mir erwiesen haben, indem sie Nachfor-
schungen nach Wetterberichten aus diesen Zeiten anstellen
liessen.
Es sind deshalb geringe Aussichten auf die Möglichkeit
vorhanden, hier einen Entscheid zu treffen, ob meine weiter
oben geáusserter. Mutmassungen richtig sind. Doch scheint
mir trotzdem, dass das, was Seiluannáll und Vallholtsannáll
uber das Aussehen der Sonne am 6. Oktober und danach
berichten1), eher meine Ansicht stiitze. Diese beiden Anna-
len sind im Skagafjörður geschrieben oder im mittleren Teil
des Nordlandes, und griinden sich zweifellos hier auf nord-
lándischer Beobachtung. Aber weil sie nichts Ungewöhnliches
fiir den 4. und 5. Oktober erwáhnen, erkiáre ich mir das so,
dass an jenen Tagen tiiibes Wetter oder so bewölkter Him-
mel im Nordlande war, dass man dort nicht die Sonne sehen
konnte. Das aber ist gerade gewöhnlich bei Nordwind und
Tiefdruckgebiet siidöstlich von Island. Wenn dann das Tief
sich entfernt und die Windstárke abnimmt, klárt es sich im
Norden des Landes auf und wird sehr oft klares Wetter;
doch bleibt der Nordwind in den oberen Luftschichten lánger
bestándig, und deshalb ist es möglich gewesen, diese Ein-
wirkungen des Staubes sowohl im Norden als auch im Siiden
des Landes am 6. Oktober wahrzunehmen. Am náchsten Tage
jedoch hat sich das Tiefdruckgebiet noch weiter entfernt und
hat keinen Einfluss mehr auf das Wetter hier, und tatsách-
lich wird ja auch die Finsternis am 7. nicht mehr erwáhnt.
Jedoch berichten die nordlándischen Annalen dariiber, dass
solche Farbveránderungen der Sonne noch lange danach ge-
1) Vergl. S. 21.