Rit (Vísindafélag Íslendinga) - 01.06.1933, Side 37
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sehen worden sind, und anderes gibt Andeutungen, dass Ahn-
liches sich öfter in diesen ]ahren zugetragen habe.
Die Mondfinsternis, die Fitjaannáll am 23. Nouember des
gleichen Jahres erwáhnt, ist nach meiner Ansicht derselben
Natur. Zu der Zeit war Vollmond, und von der Finsternis
wird gesagt, dass sie vier Stunden gedauert habe, was un-
gefáhr die gleiche Zeitdauer ist wie die der Sonnenfinster-
nisse vom 4.-6. Oktober. Es handelte sich also beide Male
um annáhernd gleiche Breite und Lage des Staubstreifens.
Im Zusammenhang damit ist weiter darauf hinzuweisen,
dass Vallholtsannáll erwáhnt (fiir die Jahre 1640 und 1643),
dass ein unnatiirlicher Schein von der Wintersonnenwende
1640 bis zur Sommersonnenwende 1643 in der Luft gewesen
sei, und Seiluannáll spricht davon, dass man im ]ahre 1641
nördlich im Lande vor der Luciamesse (13. Dezember, Lu-
cientag) Streifen am Himmel gesehen habe, hell wie der
Mond, von Sonnenuntergang bis nahe an Mitternacht. Das
sah man besonders im Nordostland (Oxarfjörður, Tjörnes und
Reykjadalur). Kaum handelt es sich hier um gewöhnliche
Hochwolken (Nachlwolken oder Perlmutterwolken), wenn es
richtig ist, dass man sie bis gegen Mitternacht gesehen hat.
Doch muss man annehmen, dass zu jenen Zeiten auffállige
atmosphárische Erscheinungen grossen Eindruck auf die
Menschen machten, und diese darum in ihren Beschreibungen
alles etwas iibertrieben. Aber es gibt mehr, was in dieselbe
Richtung weist. Die Sonnenfinsternis, die Seiluannáll im Mai
1643 erwáhnt, fand nicht zu der Zeit statt, und es ist nicht
wahrscheinlich, dass hier die Sonnenfinsternis von 1639 ge-
meint ist. Man kann ebenso gut damit rechnen, dass es eine
Verfinsterung von áhnlicher Art war, wie die Finsternisse
vom 4.-6. Oktober 1645. Auch erwáhnt das Vallholtsannal,
dass am 20. Mai 1644 die Sonne »rot wie BIut« geworden
sei und benufzt hier dieselbe Beschreibung wie am 6. Okto-
ber 1645. Mich diinkt es nicht unwahrscheinlich, dass das
Vallholtsannal hier dasselbe beschreibt, was Seiluannáll »for-
myrkvan sólar* (Verfinsterung der Sonne) im Mai 1643 nennt.
Eines von beiden Annalen hat sich dann um ein ]ahr geirrt.
Weiter steht folgendes im Fitjaannáll zum ]ahre 1646: