Mitteilungen der Islandfreunde - 01.10.1916, Blaðsíða 3
Zum Opfer gib dein Herzensblut,
Des Denkens bestes Geistesgut
Leg’ am Altare nieder;
Wie Herzen láutert Jammersglut,
Von Schlacken reinigt wieder,
Holt dort der Dichter neuen Mut
Und feinsten Stahl die Lieder.
Dann hált sein Sang in heil'ger Hut
Die Muttersprache bieder.
So komm’ und schwör' beim heil’gen Herd,
So viel dein Ivreis dir Kraft gewáhrt
Dem Haine Treu’ zu halten;
Was Wunder uns das Auge lehrt,
Was Geisteskráfte walten,
Was Schönheit uns die Welt beschert,
Seh’n dort wir sich gestalten.
In diesem Hain, verehrungswert,
Die Herzen nie erkalten.
Altars Strahlen
Auge glánzend malen
Wármen Dichters Iíerz, erregen Freud’ und Qualen.
Wie Wellensáuseln und wie Meeresbeben
Hauch und Sturm im Reich der Töne wechseln.
Des Himmels Pracht und Erdenleid erklingen
In den Herzen, wenn die Saiten singen;
Wo die Klánge in die Seele dringen,
Wird der Geist zum wahren Ziele streben.
III. DIE GLÁMA
Von PAUL HERRMANN
I. Geschichte der Forschung
Die Gláma liegt auf der groBen Halbinsel Vestfirðir („Westfjoi’de"), die
sich wie eine ungeheure Hand mit vielen gigantischen Fingern ins Meer
nach NW. erstreckt, zwischen dem Arnarfjörður und dem I'safjarðardjúp
(»,Eisfjordtiefe“), nimmt also dasinnere Hochland zwischenderBarðastrand-
arsýsla und dem siidlich des I'safjarðardjúp gelegenen Teile der I'safjarðar-
sýsla ein. Die Bewohner des Dýrafjörður und Arnarfjörður (mit seinen
Verzweigungen Borgar-, Geirþjófs-, Trostans-, Reykjar- und Fossfjörður)
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