Mitteilungen der Islandfreunde - 01.10.1916, Síða 10

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.10.1916, Síða 10
schwierigen Gebirgsweg Gláma nach dem Mjófifjörður; (IV, 27, Mindeskrift for Japetus Steenstrup Kop. 1913, darin: Thoroddsen, J. St.s Rejser og Undersögelser paa Island, IV, S. 10/n). Kristian Kálund, der sich 2 Jahre auf Island aufhielt und die Sagastátten persönlich aufsuchte, hat das Er- gebnis seiner topographischen und archáologischen Untersuchungen und Erkundigungen mit peinlicher Genauigkeit in dem fiir den Sagaleser unent- behrlichen zweibándigen Werke Bidrag til en historisk topografisk Beskrivelse af Island niedergelegt (Kop. 1877—1882). Er reiste 1874 vom Geirþjófs- fjörður iiber die Dynjandaheiði nach dem Arnar- und Dýrafjörður und von da iiber die Gláma nach dem Vatnsfjörður am I'safjarðardjúp. Ihm, dem Philologen, verdanken wir die erste ausfiihrliche Beschreibung der Gláma. Er erwáhnt den oben beschriebenen vierten Weg iiber die Gláma vom Vatns- fjörður am nördlichen Breiðifjörður nach dem Arnarfjörður und stellt fest, daB der Gletscher auf der Karte von Björn Gunnlaugsson aus dem Jahrc 1848 den bewohnten Gegenden hier zu nahe kommt (I, 548). Ebenso schreibt er von der Skálmardalsheiði, die nach Björns Karte úber den Glámujökull fuhren múBte, daB dies nicht der Fall sei, der Gletscher schiene úberhaupt auf der Karte eine allzugroBe Ausdehnung nach S und 0 erhalten zu haben (I, 537 Anm.). Mit dieser Beobachtung stimmt Thoroddsen úberein (Geo- grafisk Tidskrift Bd. IX, 1887/88, S. 37/38): Der Glámugletscher ist auf Gunnlaugssons Karte viel gröBer gezeichnet als er in Wirklichkeit ist; auf der Karte hat er ein Areal von ca. 8 Quadratmeilen, wáhrend er in Wahrheit kaum halb so groB ist. Obwohl die Gláma der einzige Landweg zwischen den inneren Seitenfjorden der Eisbuchttiefe und dem Arnaifjörður ist, konnte Kálund 1874 nur einen einzigen Mann als Fúhrer finden, und dieser war aus dem I'safjarðardjúp eingewandert. In der Regel geschieht der Auf- stieg vomDýra- oder Arnarfjörður aus (in der alten Zeit war es umgekehrt). K&lund erwáhnt weiter die múndliche Sage, daB vom Sjónfiið 18 Wege ausgegangen seien (I, 566 Anm.1). Bei seiner Beschreibung des Aufstieges vom Dýrafjörður aus ist die Bemerkung auffallend (I, 576): „Gletscher- spalten trifft man hier und da, docli im allgemeinen keine bedeutenden, aber alle ausgezeichnet durch die eigentúmliche blaugrtine Farbe, die von ihren Seitenwánden ausstrahlt, unddiebesondersstarkzum Vorscheinkommt in dentieferen,wenn dieWánde weiterunten aus stark zusammengepreBtem Schnee oder Eis bestehen". Zweifellos sieht KfUund also in der Gláma einen Gletscher. Das war auch die Uberzeugung aller, die sich mit Islands Gletschern be- scháftigt haben. Þorvaldur Thoroddsen, Islands weltberúhmter Geograph, hat die Gláma selbst nicht úberschritten, bestieg aber 1886 das Vattarfjall und hatte von hier einen ausgezeichneten Uberblick úber das innere unbe- wohnte Hochland. Darúber schrieb er in der islándischen Zeitschrift Andvari 36

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