Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1924, Blaðsíða 18

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gebildet; ausfiihrlich wird der Weg gezeigt, wie die Weiterbildung am bestcn gestaltet wird. Alles in allem kann man sagen, daB man auf diese Weise fast spielend so viel lernt, als man zur Lektiire eines norwegisclien Buches und den praktischen Verkehr im Lande braucht und somit ist das Biichlein in jeder Beziehung zu empfehlen. W. H- 2. DR. ALBERT KIEKEBUSCH, Die A usgrabung des bronzezeitlichen Dorfes Buch bei Berlin. Berlin, Dietrich Reimer, 1923. 107 S. t)ber die Ausgrabung von Buch orientiert bereits ein Aufsatz des Verfassers in Hoops Reallexikon der germanischen Altertumskunde (I, 340—342). Es ist aber dankenswert, daB dieser kurzen Darstellung jetzt eine ausfiihrliche, mit zahlreichen Bildern, nach- folgt. K. hat selbst das Hauptverdienst an der planmáBigen Blofilegung der BaU- reste und der Verarbeitung der Funde, die im Márkischen Museum aufgestellt sind, etwas ábseits leider, so daB die meisten Besucher daran voriibergehen. Bei den Funden stehen auch Modelle der rekonstruierten Háuser. Das archáologische Verfahren ent- zieht sich meiner Beurteilung. Bei der Besichtigung, von der auf S. 101 die Rede ist, war der allgemeine Eindruck der, daB eine so planmáBig, zah und geschickt durch- gefuhrte Arbeit Vertrauen verdient, daB die Ergebnisse merkwiirdig und wohl im groBen Ganzen riclitig gedeutet sind. Dem Leser des Buches wird trotz der zum Teil recht an- schaulichen Photographien schwerlich restlos klar werden, wie das Ganze nun zustandc gekommen ist. Auch ein mit vollendeter Schriftstellergewandheit geschriebenes Buch könnte die Erláuterung im Gelánde nicht voll ersetzen. Auch dort bleiben iibrigens ungelöste Fragen selbst fiir den Fachmann — die wichtigste diirfte die nach dem Ur- sprung der den Boden der Siedelung bedeckenden Branderde sein —, aber wichtige Grundverháltnisse treten deutlich hervor, besonders dank den vielberufenen Pfosten- löchern, die auch anderswo, so in der sogenannten Römerschanze bei Potsdam, als wert- volle Wegweiser dienen konnten. Das Merkwiirdigste, was dieser Wegweiser uns lehrt, sind der GrundriB des rechteckigen Langhauses mit Vorhalle (sehr klar auf K.s Grund- riB I, S. 16, und in der Römerschanze) und das Nebeneinander von groBer Halle «nd Hiittenreihe (Hauptgruppe von Buch). Das Haus mit Vorhalle stellt K. Seite 91 wit dem griechischen Megaron zusammen, auch mit ,,dem norwegischen Bauernhause und dem ostgermanischen Hause“ (nach Schuchhardt und Henning). Statt der letztgenann- ten GröBen wird der Germanist lieber die altnordische Háuptlingshalle einsetzen, wed diese aus den islándischen Quellen verháltnismáBig gut bekannt, anderseits ohne Zwcifd- die Fortsetzung eines alten, germanischen Typus ist. Zu den Háuptlingshallen der 3>i' teratur liefern Buch und Römerschanze greifbare Gegenstucke (vgl. Mitt. IX, S. 3^' Die Halle mit zugehörigen Hiitten (búr) kennen wir ebenfalls aus dem altislándischen Schrifttum, ferner aus Saxo Grammaticus, noch besser allerdings aus dem angelsáchsi' schcn Beowulf, wo die Ausdriicke dieselben sind (heall = anord. holl und bur, vgl. noch mittelengl. formelhafi in haulle and in boure, Sir Perceval of Gales, V. 399, s. Holthausen zu V. 181). Die schriftlichen Quellen belehren uns iibereinstimmend dariiber, daB d*c ,,Bauer“ als Schlafráume fiir den Fiirsten und seine Gefolgsleute dienten, die am Tage in der Halle Gelage feierten (vgl. Tac. Germ. c. 22). Der Zusammenhang bei Saxo ist die Úbersetzung der Biarkamál, die Halle hier die danische Königshalle von Lejre> das ,,Bauer“ (tabernaculum), das daneben auftritt, das des Biarco, der als einziger der Gefolgskrieger noch schláft, wáhrend seineKameraden schon kámpfen. Auch im Beowul ist die Königshalle von Lejre gemeint, und hier erblicken wir deutlich die Reihc deI ,,Bauer“, dio bei Saxo nur zu ergánzen ist, dic aber in Buch wiederkehrt (in den Modellcn des Dr. Kiekebusch hiibsch veranschaulicht). Auf beiden Seiten, bei Saxo und im ange*' sáchsischen Epos, handelt es sich um dichterische Phantasiebilder. Aber der Gcsaiid' bcfund láBt — wie besonders Miillenhoff gezeigt liat — keinen Zweifel, daB letztce Endes geschichtliche Wirklichkeit zugrunde liegt. Wie Rolvo-Hroðwulf wirklich gclct). hat, so hat auch die Halle mit ihrcn ,,Bauern“ wirklich gestanden. Nach dem BeoWU war ihr Erbauer Hroðwulfs Oheim Hroðgar (anord. Hróarr), der durch die Gröfie “e von ihm Heorot, „Hirsch", genannten, also mit geweihartigem Giebelschmuck versehenc" 18

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