Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1922, Blaðsíða 5

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1922, Blaðsíða 5
Thomsen), und „Sieh, die neue Zeit“, zu einem Gedicht von Einar Bene- diktsson usw. — Die Dieder Sigfús Einarssons zeugen von geláutertem musikalischen Geschmack und sind ganz besonders dadurch ausgezeichnet, daO er nur rein islándische Töne anschlágt. Seine Melodien sind den Volks- weisen verwandt, doch handelt es sich nur um mittelbare Beeinflussung. Auch starke Kraft islándischer Mánnlichkeit zeigt sich in ihnen, imd beson- ders zeigt sich die durchaus islándische Natur in seinen kleinen Melodien. Schon deswegen, daD er so oft ganz islándische Saiten riihrt, verdienten seine Eieder bekannt und beliebt zu sein. 1912 gab er heraus „Volksweisen“ II, 17 an Zahl. Es sind das alte islándische Volksmelodien, in eine modeme, einfache und ungekiinstelte, besonders geschmackvolle Form gebracht, die ihrer Natur angepaBt ist. Damit und mit anderen Bearbeitungen hat er gezeigt, welchen kostbaren Besitz das Volk an vielen seiner Volksweisen hat. So hat er viele Edelsteine der Vergessenheit entrissen und zusammen mit dem genannten Sv. Sveinbjörnsson den ersten Schritt dazu getan, ein lebendiges Gefúhl fúr den Wert mancher dieser Weisen zu erwecken und der Erkenntnis Bahn gebrochen, daB in dem vergessenen Besitz aus alten Zeiten ein wertvoller Schatz fúr die Zukunft liegt. Wenn man be- denkt, daB Sigfús Einarsson die Musik als Eebensberuf hat und noch im besten Alter steht, kann man von ihm noch viel erwarten in der Förderung des musikalischen Eebens und der musikalischen Bildung. Jónas Jónasson, geboren 2. Februar 1850, vor wenigen Jahren gestorben, hinterlieB einige Kompositionen, die da und dort verstreut gedruckt sind, fast ausschlieBlich kirchliche Eieder. Er starb úber einer sehr dankens- werten Arbeit, einer Geschichte des islándischen Kirchengesangs, worin er sich grúndliche Kenntnis in seinen MuBestunden erworben hatte. Er gab einige Eiederbúcher heraus, die er zusammengestellt hatte, wie: „Passions- lieder Hallgrimur Pjeturssons" ^stimmig mit Orgel und Harmonium 1906—1907, „Weihnachtsharfe" 1910, die Monatsschrift „Die Tonkunst" usw. Björn Kristjánsson, friiher Minister imd Bankdirektor, geboren 26. Fe- bruar 1858. Von ihm gibt es einige Kompositionen, besonders Kirchenlieder, eine Sammlung eigener Bieder hat er nicht herausgegeben. Aber ein „ABC der Gesangeskunde“ und einige 4stimmige Kirchenliederkompositionen (1891 zusammen mit dem Pfarrer Stefán Thorarensen). Von den júngsten Tondichtern wáren zu nennen: Fridrikur Bjarnason, Gesanglehrer in Hafnarfjördur, der wenigstens zwei Hefte eigener Kompo- sitionen herausgegeben hat, der Arzt Sigvaldi Kaldalóns, der zwei Hefte eigener Kompositionen fúr Sologesang mit Begleitung herausgegeben hat; schlieBlich der Arzt Kristján Kristjánsson usw. Von Loftur Gubmundsson x« 3

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