Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1923, Page 19

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1923, Page 19
Auf 28 Seiten gibt der Verf. eine Zusammenstellung des Wissenswertesten iiber Island, hauptsachlich vom wirtschaftlichen Standpunkte aus. Er behandelt Gebiet und Be- völkerung, Geschichte und Verfassung, das deutsche Interesse an Island, Verwaltung, Sprache und Bildungswesen, Baumgrenze und Forstwesen, Land- und Schiffsverkehr, Handel, Gewerbe und Bankwesen und gibt zuletzt einen wirtschaftspolitischen Aus- blick — alles das wird jedem, der sich kurz und schnell iiber die Insel orientieren will, reclit willkommen sein. Irrefiihrend ist der Titel des Aufsatzes insofern, als die Fáröer darin nur mit einer Episode erwahnt werden, Angaben iiber ihre wirtschaftlichen und sonstigen Verháltnisse aber fehlen. Bei den Ausblicken in die Zukunft Islands wird hin- gewiesen auf die Möglichkcit der Ausnutzung der Windkraft durch stark gebaute Wind- motoren zur Erzeugung von elektrischer Kraft und auf die weite Verbreitung des Heide- krauts, das nach Ansicht des Verf. auf Island eine rege Bienenzucht und Honiggewinnung crlauben soll. Die in Danemark hochentwickelte Bienenzucht miiflte sich auch auf Island einfiihren lassen. Noch 10 Breitengrade weiter nördlich, auf der Insel Disko, an der Westkiiste von Grönland, wo sich im Sommer ein reicher Blumenflor entwickelt, gibt es Bienen. Die Bienen miiflten allerdings auf Island einen Winterschlaf halten, was nach den Versuchen von Berlepsch möglich ist. Oder man könnte auch die Bienen nur fiir den Sommer nach Island scliaffen und sie im Herbst wieder nach Dánemark zuriickbringen. H. Rudolphi 5- DANIEL BRUUN, Turistruter paa Færöerne. Iiopenhagen 1917—19. Gyldendalske Boghandel, Nordisk Forlag. (Foreningen „Dansk Samvirke", De danske Atlanterhavs- öer. Kort og Rejseböger No. 4;) Im Jahrg. VII, 1919/20 unserer Mitteilungen habe ich auf S. 30/31 den ersten Teil dieses Rcisehandbuches besprochen, der sich mit der Reise nach den Fáröern und einem Uber- blick iiber Land und Volk bescháftigt. Der inzwischen erschienene 2. Teil (Fra 0 til 0) cnthált auf 148 Seiten einen Fiihrer durch die ganze Inselwelt. Er bringt zuerst Rat- schlage iiber Reisezeit, Ausriistung, Unterkunft und viele praktisclie Auskiinfte, be- handelt die verschiedenen Beförderungsarten der Reisenden und beschreibt die Rund- fahrt mit einem Postdampfer. Es folgt dann eine Durchwanderung der einzelnen Inseln, mit Strömö und Thorshavn begonnen, wobei eingehend die Geschichte und die Sehens- wiirdigkeiten von Kirkebö behandelt werden. Viele Wanderungen durch Strömö werden beschrieben, von wo es iiber Nolsö, Kolter und Hestö, durch Österö und iiber die Nord- inseln, durch Vaagö, Myggenæs, Sandö und Skuö, den beiden Dimon nach Suderö geht. Bas Buch enthált eine Fiille von Beobachtungen und Hinweisen aller Art, so dafl es fiir jeden, der die Fáröer besucht, ein unentbehrlicher Reisefiihrcr ist. Alle Angaben sind zuverlassig; der Verf. hat die Inscln selber des öfteren kreuz und quer bewandert und durchfahren. Unterstiitzt wird die Darstellung durch zahlreiche treffliche Abbildungen, Kartchen und viele Entfernungsangaben. II. Rudolphi 6- AUSWANDERUNG NACH ISLAND. Der islándische Gesandto in Kopenhagen hat sich in einer Besprechung mit einem Vertreter der Kopenhagener Zeitung „National- tidende" iiber die Aussicliten fiir dánische Auswanderer nach Island geáuflert. Seine Ausfiihrungen gelten natiirlich auch fiir deutsche Auswanderer. Er warnt eindringlich vor einer uniiberlegten Einwanderung nach Island, das niemals ein fiir Masseneinwan- derung geeignetes Gebiet sein kann. Bei einer Bevölkerung von kaum 100 000 Mcnschen wiirde dort schon eine verhaltnismáflig geringe Anzahl von fremden Einwanderern als Masscncinwanderung empfunden werden, der sich die Islánder widersetzen wiirden. Schon weil das Land fast gar keine Industrie besitzt und in absehbarer Zeit auch keine nennenswerte Industrie haben wird, kommt es fiir cine starke Einwanderung nicht in Krage. Auch kann es nie cin Ackerbauland werdcn. Nur wenige tiichtige Lcute, die sich den Lebensgewolinheiten der Islánder anpassen, die islándische Sprache lernen und auf manche Bequemlichkeit und Zerstreuung der Heimat gern verzichten, können nach Islandauswandern. (Aus dem „Nachrichtenblatt des Reichswanderungsamtes", 4.Jahrg. Hr. 13, 1922, S. 421—422.) II. Rudolphi 4* 51

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