Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1924, Síða 3

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1924, Síða 3
^°rden und fast drauf und dran Allwalter zu werden. Man verehrte „den, er die Sonne geschaffen hatte" und empfand seine eigene Macht und Stárke diese flufl seni gegeniiber geringer als den alten Göttern. Baldr unterlag dem Ein- christlicher Vorstellungen und wurde beinahe milder und sanfter als er »,WeiBe Christus", von dem die Glaubensboten sprachen und der sein eich ausbreitete wie ein Heerkönig. Aber das Christentum war noch nicht s° ^ahe gekommen, dal3 die Aussicht auf ewige Seligkeit und Frieden sich °flaete. Die Gedanken beherrschte noch der alte Pessimismus, die Furcht '°r dunklen, bösen Máchten, die Ííberzeugung, daí3 alles zugrunde gehen ^SSe» Die bedeutendsten Heldensagen erzáhlten alle von Feid und Fall: ' 'gurd Fafnirstöter, die Gjukungc, Atli, Hrólfr kraki, Hagbarðr, — alle ^eHen denselben Weg. Die Götter selbst trifft das námliche Schicksal. Der ist er gliicklichste, der am wenigsten in die Zukunft sieht. Aber die Kraft 'Var Uicht dieselbe wie friiher. Das Seelenleben der entwickeltesten Mánner, er Ausnahmen an der Spitze des geistigen Debens, war zu verwickelt, als “ sie hátten freudig sein können nach dem Gebote des Willens. Fiir S()iche, die den MaBstab der Sittlichkeit an die Welt legten, war es ein geringer r°st, daB diese nach dem Götterschicksal sich erneuern sollte, — ebenso Verdorben. Nicht gute Eigenschaften sind es, die Díf und Dífþrasir, Móði lll*d Magni (Vfþrm.) die neue Welt zum Erbe geben, sondern blindes Schick- Sollte man da dasselbe Spiel einmal um das andere wieder spielen ? . er Wrfasser der V. hátte einstimmen können mit Mynster1: „MeinGeist niúde, wo kann er Ruhe finden?" Seine Debensanschauung war viel- Seitig und reich, aber es fehlte ihr Ziel und Zusammenhang. Sie konnte 'n Schmerz zerstreuen, indem sie die Persönlichkeit auflöste, aber ihn nicht heUen. ^ kommt die Verkiindigung des Christentums, vermutlich die Predigt ailgbrands. Sie war zweifellos einfach: den Göttern absagen, die nur Staub ’h(i Asche seien, und an Christus, Engel und Heilige glauben. Das war an ‘^’ch Uichts wesentlich Neues, da die meisten schon vom Christentum gehört ,atten. Dann aber kamen die wichtigen Nachrichten: der Tag des Ge- chtes steht bevor, jetzt ist die höchste Zeit zum Sinneswechsel. Jetzt rden die Menschen nach ihren Werken gerichtet, die schlechten fahren ^ölle, die guten aber werden in ewiger Seligkeit mit Christus selbst en- — Dieser Weltuntergang aber war kein zweckloses Spiel, bei dem k es von neuem in gleicher Weise wieder anfing. Es war das Ende des Kamp- ^ Ulld der Anfang des wahren und vollkommenen Debens. Diese Dehre llllte dem Dichter Frieden geben. Das war es, was bei dem alten Glaubcn ^hflhatte. Theologe. 3

x

Mitteilungen der Islandfreunde

Beinleiðis leinki

Hvis du vil linke til denne avis/magasin, skal du bruge disse links:

Link til denne avis/magasin: Mitteilungen der Islandfreunde
https://timarit.is/publication/323

Link til dette eksemplar:

Link til denne side:

Link til denne artikel:

Venligst ikke link direkte til billeder eller PDfs på Timarit.is, da sådanne webadresser kan ændres uden advarsel. Brug venligst de angivne webadresser for at linke til sitet.