Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1924, Side 5

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1924, Side 5
Schiittert und umwirft, beschrcibt einfach den Tatbestand. Man hört, 'llan sucht nicht; man nimmt, man fragt nicht, wer da gibt; wie ein Blitz Cuchtet ein Gedanke auf, mit Notwendigkeit, in der Form ohne Zögern, — lch habe nie eine Wahl gehabt.----------Alles geschieht im höchsten Grade ^nfreiwillig, aber nie in einem Sturm von Freiheitsgefiihl, von Unbedingt- Seiu. von Macht, von Göttlichkeit. Die Unfreiwilligkeit des Bildes, des ^fcichnisses ist das Merkwiirdigste; man hat keinen Begriff mehr, was Bild, 'Vas Gleichnis ist, alles bietet sich als der náchste, der richtigste, der ein- achste Ausdruck. (Nietzsches Werke, Klassiker-Ausgabe VIII, 396 f.) solchen Zeitenwenden, wie sie auf Island um das Jahr 1000 war, steht ^e Volksseele gewissermafien in atemloser Erwartung, und man braucht Slch da nicht zu wundern, wenn die Ueute feinfiihliger sind als sonst, so daB Sle den Wellenschlag des Uebens wahrnehmen, der gewöhnlich im Uárm des Alltags erstickt. — In der grööeren 'Olafsaga Tryggvasonar (Geschichte von Tryggvissohn) heiBt es: Es war einmal zu Þváttá, als Þorhallr, der j eissager, dort zu Gaste war bei Hall. Hall lag in einem Kastenbett und ^°rhallr in einem anderen Bett; das Kastenbett hatte ein Fenster. Eines , °rgens, da beide wachten, lachte Þórhallr. Hallr sagte: Warum lachst du Jetzt? Þórhallr antwortete: „Deshalb lache ich, weil viele Hiigel sich öffnen ",l<1 jedes Getier sein Biindel packt, klein und groB, und sich zum Auszug rilstet.‘‘ Nicht lange danach traten die Ereignisse ein, von denen jetzt er- "alllt werden soll (námlich die Ankunft Þangbrands auf Island und sein ufenthalt in Þváttá)1. ^s ist kaum zweifelhaft, daB der Verfasser der V. mehr als einmal geistes- Wesend war, so daB er den Eindruck hatte als werde ihm zugefliistert, |Vas er selbst mit allem Griibeln nicht finden konnte. Er hat gewuBt, daB die °chste Seligkeit und das höchste Verstándnis nicht dadurch gewonnen Vlr<1' daB man danach sucht, sondern dadurch, daB man die Seele dafiir ^Pfánglich macht und darauf wartet mit gestimmten Saiten, wie die Tdharfe auf den Wind. Nun eröffnete sich ihm die Aussicht darauf, daB diese da: Wolit, seltenen, erhabenen Augenblicke andauernd, zur Ewigkeit wurden; daB s Gottesreich so gekommen sei, daB der „Hehre" sich darin festsetzen e- Diese neue Aussicht ergriff ihn vollkommen. Er dachte nicht und "Istand nicht; er sah, ihm wurde gezeigt. Er warf den heidnischen Glauben 1 von sich. Vielleicht ist ihm das Beste daran nie teurer gewesen als Uach 1 Qem verstándnislosen Angriff des Verkiinders des Christentums. ■obr tUi der er ’uit der Toleranz, durch die sich der heidnische Glaube vor dem Christen- 111 auszeichnete (einer der Griinde, die seinen Fall bewirkten) nahm er aus j..J^ucu Botschaft, was er zur Vervollkommnung seiner Uebensanschauung Ur Erklárung der Stelle vgl. Maurer, Bekelirung, I, 230. (W. H.) 5

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