Mitteilungen der Islandfreunde - 01.07.1924, Síða 17
Die in Höhlen hausen,
Schwere Deiden tragen,
Fiichse miissen rauben,
Miissen Beute jagen.
VVohl von gering’rer VVilde
Ist manches Menschen Streben;
Und doch — dem alten Bergfuchs
Mag keiner Schonung geben.
Davið Stefansson frá Fagraskogi
(Deutsche tlbersetzung von Gustav Wolf-Weifa.)
IV. EINE ÚBERSICHT ÚBER ARCHÁOLOGISCHE
FUNDE UND UNTERSUCHUNGEN AUF ISLAND
Kab Finnur Jónsson auf dem Ende Juni 1922 in Stockholm tagenden Nordischen Ar-
<;haoiogenkongre(3. Er fiihrte aus (s. Nordiska arkeologmötet i Stockholm 1922, bc-
rattelse utarbetad av Gustaf Hallström, Stockholm 1923, S. 33 f.): „Island ist ja erst
S01t ungefáhr 1000 Jahren bewohnt und kann daher an Altertumern nur solche seit
detn letzten Jahrhundert der heidnischen Zeit besitzen. Abcr alles Alte hat sicli gut
lllld lange erhalten. Ein Museum fúr Altertúmer wurde 1863 gegrúndet, 20 Jahre spáter
°mo archáologische Gesellschaft, welche alle einschlágigen Untersuchungen leitete.
11 erster Reihe wurden solche Gegenden, die in Sagen erwáhnt sind, untersucht. Dabei
rat sich mehr als einmal herausgestellt, dafi die Angaben der Sagen erstaunlich genau
smd. Auch Thingplátze, vor allem der alte Allthingsplatz, sind untersucht worden;
man hat dabci die Grundrisse von Hútten und anderen Baulichkeiten aufdecken können.
^úch den Ortsnamen hat man Aufmerksamkeit geschenkt. In den Sagas werden háufig
Grabhugcl erwáhnt, mehrere solcher sind heute noch vorhanden. Ein ganzer Fried-
hof
In
aus heidnischer Zeit wurde im Svarfaðartale im nördlichen Teile der Insel gefunden.
11 einem der Húgel dieses Grabfeldes stieö man auf ein menschliches Skelett in einem
'olzernen Boote. An einer anderen Stelle der Insel kam ein Silberfund im Gewichte
Von 1300 g zutage. Die Runensteine, deren es auf Island eine Anzahl gibt, sind sámt-
lich
verháltnismáBig jung: sie stammen aus der Zeit um und nach 1300. Von groBem
. eresse sind auch die Ausgrabungcn auf heidnischen Kultplátzen; besonders der Grund-
riÖ der Tempelanlage bei Hofstaðir konnte vollstándig klargelegt werden. Besonders
Bur°h Untersuchungen letztgenannter Art vermag Island einen nicht unbedeutenden
citrag zur nordischen Altertumskunde zu liefern."
WlRn L. Franz
V. BÚCHERANZEIGEN
1' hlOESTUE, Praktisches Lehrbuch des Norwegischen. Hamburg 1924, geb. M 2.—.
. ^lag auch das Norwegische unseren náchsten Aufgaben etwas ferner licgen, so komme
1 doch der Anregung des Verlages, dieses Búchlein in unserem Blatt anzuzeigen,
S°rne nach. Denn an der Sache werden manche unsere Mitglieder Interesse liaben,
''Ui-h das Bucli selbst verdient eine weitere Verbreitung durchaus. Gemeint ist die
uriftsprache, das Landsmaal wird als „Sammelsurium von heterogenen Elementcn
d allen möglichen Dialckten", „von radikalen Politikern am Schreibtisch konstruiert",
. r scharf abgelehnt. Die gewálilte Methode ist sehr praktisch; aus „Aftenposten"
. 'k'r Sprachstoff entnommen, erklá. t, eingeúbt und nach und nach die ganze Gram-
matik
vorgefúhrt. In anregender und niemals ermúdender Weise wird dcr Lernende
J1 'I’c Ausdrucksweise und den Wortschatz (ctymologische Hinweise, vor allem auch
Suschc Parallelen fehlen nicht) der Sprache eingefúhrt und zur Selbsttátigkeit hcran-
1111 d. Islandíreunde XII, 1/2
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