Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1924, Side 23

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ebenfalls den Namen Fuglasker. Hier handelt cs sich wohl tatsáchlich um „Vogel- ■^lippen", denn die eine der Fuglasker ist nach dem Geirfugl benannt. Auch der Name der Siedlung Fuglefjord (fár. Fuglafjörður) an der gleichnamigen Bucht der Ostkiiste von Österö hat wahrscheinlich nichts mit einem Vogel (fuglur) zu tun. Er geht wohl zuriick auf einen Mann namens Fugli, der sich zuerst hier niederlieB, wie aucli andere Siedlungen der Fáröer nach solchen ersten Ansiedlern benannt wurden. Zahlreiche Stellen der Fáröer sind aber tatsáchlich nach den dort lebenden Vögeln be- nannt worden; nur hat dann der Name des betreffenden Vogels selbst dem Orte seine Bezeichnung gegeben. So sind Möwen, Seepapageien, Raben und viele andere Vögel in topographische Namen ubergegangen1. Wir können die Inseln der Faröer demnach einteilen in solche, die ihren Namen er- halten haben nach ihrer Lage (Suderö, Österö, Fuglö und die Gruppe der Norderöer), nach ihrem Aussehen und ihrer Gestalt (Dimon, Nolsö, Hestö, Kolter, Kalsö, Kunö und Bordö), nach eingreifenden Buchten (Vaagö), nach Sandablagerungen an der Kuste (Sandö), nach einer Gezeitenströmung (Strömö), nach angeschwemmtem Treibholz (Viderö), nach Vögeln und Guano (Skuö und Myggenæs) und nach Sagen, dic an eine Tiergestalt anknupfen (Svinö). Ilans Rudolphi VI. SONDERBESTEEBUNGEN AUF DEN FÁRÖERN In den letzten Monaten ist auf den Fáröern eine alte Bewegung zu neuem Leben er- wacht, die auf die Erlangung möglichst weitgehender politischer Selbstándigkeit ge- richtet ist. Diese unerwartete Bewegung ist nicht allein durch das Schlagwort vom Selbstbestimmungsrecht der Völker hervorgerufen, sondern sie paBt sich auch jn den Komplex der jetzt anscheinend gelösten islándischea Frage sowie der Grönlandfrage ein, Welch letztere zu einer scharfen Pressefehde zwischen Dánemark und Norwegen gefiihrt nnd eine Lösung noch nicht gefunden hat. Die Gefahr, die dicser Zeitungskrieg fur die Aufrechterhaltung gutjr Beziehungen zwischen beiden Lándern mit sich bringt, hat denn auch im vergangenen Spatsommer die beiderseitigen Regierungen veranlaBt, von dem Kegenstand der Fehde offiziell Kenntnis zu nehmen und in miindlichen Verhandlungen Kstzustellen, inwieweit der norwegische Einspruch gegen die dánische Herrschaft iiber ganz Grönland berechtigt ist. Eine dánische Delegation ist zu diesem Zweck in Christia- uia angekommen und die Verhandlungen haben begonnen. Ein Erfolg ist bis zu dem Zeitpunkt, in dem diese Zeilen geschrieben werden, noch nicht erzielt worden. Es ist uun auffallend, daB gerade zu der Zeit, zu der man sich auf beiden Sciten zu Verhand- lungen entschloB, die norwegische Presse unter Fuhrung der nationalistischen „Tidens legn", die sich wáhrend des Krieges eines besonders unfreundlichen Tones Deutschland Segeniiber befleifligt hat, sich der norwegischen Abstammung der Fáringer erinnerte Und dem dánischen Regime Unterdruckung dieses Volksstammes vorzuwerfen begann. Die Presse fordert also nicht weniger als Loslösung der Fáröer von Dánemark und >hre Vereinigung mit dem norwegischen Mutterland. Im friihen Mittelalter sind die Fáröer, ebenso wie Island, die Shetland-Inseln und die Kuste von Grönland von norwegischen Wikingern besiedelt worden. Ein selbstándiges Literatur. Mit den topographischen Namen der Fáröer hat sich nur Jakob Jakobsen be- laBt (Strejflys over Færöske Stednavne. Nordisk Tidskrift for Filologi, 3. Reihe, 17. Bd. ^0?), 64—85). Er bescháftigt sich in dieser Arbeit aber hauptsáchlich mit den alten Gewásser- und den Siedlungsnamen. Die altnord. Namen finden sicli bei P. A. Munch, Kistorisk-geografisk Beskrivelse over Kongeriget Norge (Noregsveldi) i Middelalderen, Moss 1849, 210—2x1, und bei Nansen, Nebelheim I, 175. Altfárische Inselnamen gibt Baumgartner, Island und die Fáröer, Freiburg i. Br., 1889, 56 u. 57. Einige Namen 'at auch Hammershaimb in der Færösk Anthologi I, S. V—XII, erklárt. Vergleichsweise 'vurde herangezogen J. Jakobsen, Shetlandöernes Stednavne. Aarböger for nordisk Old- yndighed og Historie, 2. Reihe, r6. Bd. 1901, 54—258. 51

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