Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1929, Blaðsíða 3

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1929, Blaðsíða 3
bezeichnen láBt, sei auf Prof. Burgs vorziigliche Veröffentlichung nach- driicklichst verwiesen. Bei diesem AnlaB mag auch die kurze Nachricht aus Rantzaus Briefwechsel im vorigen Heft unserer ,,Mitteilungen“, S. 39, beachtet werden; der dort erwáhnte Student, der 1592 nach Island zuriick- kehrte und eine Abhandlung uber Island zu schreiben beabsichtigte, war 'vahrscheinlich Sigurður Stefánsson. Heinrich Erkes II. ISLANDS NORDKAP (HORN) Von Paul Herrmann I Geographie, Geologie und Geschichte Wie die gesamten Vestfirðir besteht auch die Randschaft westlich, nördlich und östlich vom Drangajökull (letztere heiBt von der Trékyllisvík ati bis zum Nordkap: Hornstrandir) ausschlieBlich aus Basalt. Die Berge follen beinahe ohne Ausnahme schroff und steil nach dem Meere zu ab, ait einigen Stellen nahezu senkrecht; zwischen ihnen schneiden Fjorde tief las Dand, sie sind nichts anderes wie vom Meere angefúllte Táler, die sich 'iurch Erosion in dem ursprúnglich zusammenhángenden Hochlande ge- ^ildet haben. Die aus wagerechten Basaltschichten aufgebauten Felsen Slad durchschnittlich 600 m, höchstens 900 m hoch. Nicht selten stúrzen SröBere und kleinere Báche in munteren Wasserfállen und schimmernden ^askaden die Abhánge herab. Das Plateau ist natúrlich fúr Menschen llubewohnbar. Wo es am böchsten ist, haben sich die Schneehaufen zu einer Firnkuppe gesammelt, dem Drangajökull. Nur kúmmerlich finden ^ler Schafe an den im Schutze der groBen Felsblöcke wachsenden Alpen- ^ráutern ihre Nahrung. Darum ist auch die Schafzucht hier nur gering, ^as sonst auf Island so beliebte, weil bequeme, Treiben der Schafe auf ^le Hochweiden fehlt im allgemeinen auf diesem Teile. Die Bevölkerung also auf das schmale Kústenland angewiesen, das meist úppig mit Gras, 1111 Westen auch mit Buschwald bewachsen ist. Es ist ganz erstaunlich, wie reieh die Vegetation ist; kaum beginnt der Schnee fortzutauen, so sprieBt ^on das saftige Grun unmittelbar neben dem Schneerande empor; hier atlö man wirklich das Gras wachsen hören. Deider lassen der stete Nebel die stándige Feuchtigkeit nur selten das Heu trocken werden, darum ^’men auch nur wenige Schafe hier gehalten werden; groBe Herden von önderten von Schafen, ja von Tausend, sind hier nirgends anzutreffen, Schafe im Besitze eines Bauern dúrften das Höchste sein, auf den Horn- s^randir etwa zwei Dutzend. Die Bewohner mússen sich also ihren Debens- ^^terhalt hauptsáchlich vom Meere holen; am Tsafjarðardjúp und an der 43

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