Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1929, Blaðsíða 9
hierfiir und liielt ihn gut und reichlich mit allem, was er brauchte (Finnboga-
Saga K. 38, S. 82). Finnbogi hatte stets viel I,eute um sich und lieB jeden et-
Was arbeiten. Vor allem betrieb er den Fischfang, der eine leichte Sache war,
^an brauchte nicht weit zu rudern . . . ,,Im Herbste,“ sagte Finnbogi, ,,kom-
^ien inrmer viel Leute hierher, Stockfisch zu kaufen." Es war dort, wo er
wohnte, nicht viel zwischen dem Strand und der Hochfláche; das Land ging
,n drei Stufen zum Hofe hinunter; nur von einer Seite konnte man heran-
T(áten. Hier wurde Finnbogi iiberfallen. Dort war eine Wegschlucht und
auf der anderen Seite ein steiler Hang dariiber. Man konnte nur von einer
Seite angreifen (K. 41, S. 91/92). Spuren dieses so genau beschriebenen We-
ges finden sich nocli heute, und mehrere Höhenzúge, die allmáhlich flacher
'verden; jetzt geht ein anderer Weg vomReykjarfjörður iiber dieNaustvikur-
skörð nach 'Arnes.
Auch in der Sturlungasaga, dem groBen Sammelwerke von etwa 1300, das
die Sagas enthált, die das islándische Leben im 12. und 13. Jahrhundert, bis
zum Untergange des Freistaates, darstellen, werden Horn, die Hornkúste und
die Strandir wiederholt erwáhnt. Das bisher aus den Familiensagas ge-
'vomiene Bild vom Ueben und Treiben auf diesem Kústenstriche Islands
'vird durch sie bestátigt und erweitert. Auch hier ziehen in breiter Reihen-
kdge frecher Raub und friedlicher Handelsverkehr, Fischfang und Waljagd,
^chiffbau und Plúnderung an uns vorúber; als etwas Neues und fúr Island
^inziges taucht das Bild einer groBen Seeschlacht vor uns auf. Horn wird
siebenmal erwáhnt. Vebjörn fuhr Ende des 9. Jahrhunderts mit seinen sechs
^eschwistern nach Island. Sie trieben sich wáhrend des Sommers lange auf
deni Meere umher und landeten endlich im Herbste bei Hlöðuvík westlich
v°u Horn. Vébjörn wollte opfern, aber seine Brúder drangen auf Abreise,
sie erlitten denselben Tag Schiffbruch vor den hohen Felsen in einem starken
kinwetter, wurden aber von einem Knechte des ersten Besiedlers Geirmundr
gerettet (I, S. 5). Im Herbste 1160 war ein Schiff nördlich bei Horn gestran-
det; die Besatzung, die alles verloren hatte, kam zu Sturla und bat ihn um
Hilfe, er nahm sie den Winter úber auf (I, S. 73). Oláfr von Stein wollte
l239 mit drei Gefáhrten vom Nordlande heimreisen, sie wurden aber nach
Slöðuvik bei Horn zurúckgetrieben und erlitten Schiffbruch. Damals wohnte
Hlugi Þorvaldsson auf Æðey. Als er das erfuhr, reiste er durch denHesteyr-
aríjörður und von da nach Kjaransvík, um die Schiffbrúchigen bei Hlöðu-
vík zu úbcrfallen (I, S. 541). 'Asbjörn Guðmundarson fuhr 1243 nach dem
Uofe Heydalsá und reiste von da nordwárts die Strandir entlang nacli der
d rékyllisvík. Da versammelten sich die Bewohner der Strandir und wollten
Schiffe und ihr sonstiges Eigentum verteidigen. Sie erlaubten 'Asbjöm
Ulld seinen Ueuten nicht zu landen, sondern warfen Steine und schossen
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