Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1929, Blaðsíða 34
„Mitteilungen", Jahrg. 14, H. 4, S. 62). Zu den vorstehend nach verschiedenen deut-
schen Mineralogen aufgezahlten Zeolithen nennt der islíindische Naturforscher Guð-
mundur G. Bárðarson noch als auf Island vorkommend: Harmotom, Laumontit und
Phillipsit, und Thoroddsen in seiner groBen „Beschreibung Islands": Gmelinit und
schlieBlich Phakolith als eine Abart von Chabasit. Fast in jedem Basaltvorkommen
auf Island werden sich wahrscheinlich irgendwelche Zeolithe (island. geislasteinar) oder
wenigstens Spuren davon finden.
Zur Mineralogie Islands schrieb der rheinische Mineraloge Gerhard vom Rath (1830
bis 1888) verschiedene Artikel von Interesse, und zwar (iber islándischen Kalkspat in
Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie 1867, uber Labrador von Hafnarfjörður
in desgl. 1871, úber Stilbit in desgl. 1874; ferner öber die Vulkanausbriiche auf Island
im Winter 1874/75 und im Marz/April 1875 (Askja) sowie úber die in Skandinavien
gefundene vulkanische Asche vom 29./30. Márz 1875 im Neuen Jahrbuch fur Mineralogie
usw., Stuttgart, und in den Sitzungsberichten der niederrheinischen Gesellschaft fúr
Natur- und Heilkunde in Bonn 1875. Da diese Aufsátze im groBen Katalog der Fiske
Sammlung von Halldór Hermannsson 1914 mit Nachtrag von 1927 fehlen und Tho-
roddsen sie in seiner Landfræðissaga 'Islands, Bd. 4, nur zum Teil zitiert, so seien sie
hier als bibliographische Ergánzung nachgefugt.
Der islándische Komponist (tónskáld) Jón Laxdal starb am 7. Juli 1928 auf der Fahrt
von Kopenhagen nach Reykjavík im 64. Lebensjahre. Viele seiner Lieder gelten als
Perlen islándischer Musik.
Ein Bund isldndischer Kiinstler wurde nach Zeitungsmeldungen in Reykjavík ge-
grúndet und soll vom islándischen Staate Anerkennung mit den Rechten einer Aka-
demie erhalten. Etwa 40 Mitglieder schlossen sich dem Bunde an; den Vorstand
bilden der Dichter Gunnar Gunnarsson, der Musiker Jón Leifs und der Bildhauer
G. Einarsson.
Guömundur G. Bdrðarson, der durch seine grúndlichen Arbeiten bekannte islándische
Naturforscher, machte im Sommer 1928 eine Reihe neuer interessanter Untersuchungen
und geologischer Entdeckungen auf der Halbinsel Reykjanes. Wir hoffen, im náchsten
Hefte eingeliender daröber berichten zu können.
In Reykjavík ist der Bau eines neuen groBen Hotels und eines Landestheaters geplant.
Beide Bauten sollen vor der Jahrtausendfeier 1930 vollendet werden.
In Akureyii wurde die bisherige Realschule durch sog. Aufbauklassen zum zweiten
Voll-Gymnasium auf Island (neben Reykjavík) erweitert.
Die Goldfunde auf Island haben sich, wie wir fröher schon als walirscheinlich darstell-
ten, nicht als lohnend erwiesen. Die Arbeiten sind seit lánger als einem Jahre eingestellt.
Die Doppelspat-Minen bei Helgustaðir in Ost-Island lieferten im Jahre 1928 eine Aus-
fuhr von rund 150 kg brauchbares Mineral (isl. silfurberg) im Werte von rund 12 000
isl. Kr. Im Jahre zuvor wurde nich's ausgefúhrt.
Die Einwohnerzahl Islands hat 103 000 Köpfe iiberschritten. In der Hauptstadt Reyk-
javík wolinen jetzt rund 25 000, in Akureyri 3 300 Personen.
Die islándische Króna wird unverándert mit 92—92 >4 deutsche Pfennig notiert.
Der Herausgeber unserer „Mitteilungen", Prof. Dr.W. Heydenreich, erhielt am 1. De-
zember 1928 das Ritterkreuz des islándischen Falkenordens. Wir sehen aus dieser Ehrung,
daB unsere „Mitteilungen" als ein Island nútzliches Unternehmen angesehen werden.
IX. DANIEL AUF STAKKABER.G
or einigen Jahrzehnten geschah das Ereignis, von dem hier berichtet
werden soll.
Es war da ein Mann namens Daniel Andrésson. Er war zuhause auf
Stakkaberg auf der Skarðsströnd, bei den Eheleuten dort. Diese hatten
eine heiratsfáhige Tochter, die Elín hieB.
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