Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1935, Blaðsíða 9

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1935, Blaðsíða 9
Halse (cles)Hagbards(bildes) ber auf micbstarrte“; Y.57. „Ertaumelteauf des Scbiffes Steven.“ V. 58. „Icb verfeblteibn(mitmeinem Scbusse): icbtraf ms Geröll; nur das Moos löste sicb.“ Mancbmal geniigt aucb nur ein kurzer szeniscber Hinweis, um einem Vorgang so etwas wie eine Umwelt zu geben, z. B. V.5. „siesprachim Abendscbummern“; V.16. “...wennauf weitemEelde ■wir kámpfen“; oder ein sinnlicb starkes Eigenscbaftswort regt die Phantasie an: V.39. „dief euergekrönteWoge“; V.36. „sie geht zuihmin dasgeschmiickte Bett“. Haufiger ist aber die Szene in Bewegung. Dann werden nicbt nur Gesicbts- eindrúcke erweckt, wir seben nicbt allein, wir spiiren, wir geraten in Bewegung. Viele Stropben Kormaks sprechen den motorischen Sinn, den Gefiiblssinn an: V. 34. „schiitteln miissen wir den Reif vom Segeltuch“; V. 39. „die feuergekrönte Woge stiirzt mir iibers Haar“; V. 51. „icbmuBoft (mein Gesicbt) abwischenam MantelschoBe“. Er drobt, indem er derartige Gefiiblseindriicke erweckt“: V.20. „Sorg dafiir, da6 du Pferd und Schild festbáltst, bald wird dir ans Obr einHam- mer kommen, kámmen wirst du iiber eine Beule!“ Die scbönste Vereinigung von Anscbaubcbem und „Anfiiblbarem“ gelingt Kormakin der Stropbe, in der er sein „Versitzen“ bei Steingerd in Gegensatz stellt zu seinen báuerlicben Pflicbten auf der herbstlichen Scbafbatz: V. 9. „LaB das leichtfiifiige RoB rennen — gib ibm die Peitsche! — iiber die weiten Hochlande; (lieber red icb mit Steingerd), als moor- braune Scbafe iiber die Almen zu betzen.“ Farben siebt Kormak nicbt. Darin stimmt er mit der iibrigen altnordischen Literatur iiberein1. Die Farbvorstellungen gliedern sicb in der gesamten alt- nordiscben Dicbtung nach bell und dunkel: der Rabe, die Waffen, das sturmbe- wegte Meer sind braun, blau, scbwarz (meint: dunkel), die Scbilde sind bleich, weiB, und in spáterer Zeit auch griin und gelb (meint: hell), das Gold ist rot (= glánzend). Oder binter den Farben steht eine andere, wichtigere Vorstellung: griin bedeutet „fruchtbar“ oder ,,eben“, rot bedeutet ,,blutig“ (so das rote Op- fertier in Kormaks 52. Stropbe und das gerötete Scbwert in V. 63). „Moorbraune Scbafe“ (V. 9) ist nur eine unterscheidende Gattungsbezeichnung obne sinnbcben Farbwert, die islándischen Bauern gebrauchen sie beute noch in dieser Verbin- dung. Kormak siebt nur scbwarz und weiB; so nimmt er sein eignes Bild aus dem Munde des Mádchens in einer Stropbe auf (V. 6. „scbwarzes Haar und bleicbe Ge- sicbtsfarbe“), und so schmiickt er Steingerd mit denEpitheta ,,licbt“ und „weiB“. Gebörseindrucke sucbt Kormak nur selten zu erwecken, er benutzt gelegent- lick Formeln, die sich auch bei anderen finden, so das merkwiirdig byperboliscbe 1 Der gelbliohe Wald und das blaue Meer (oder Himmel ?) in einer Strophe von Björn aus der Breidvík und die blutigen Leichen, dio ins grune Meer stiirzen bei Arnórr sind ganz seltene Ausnahmen. 9

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