Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1935, Blaðsíða 17

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1935, Blaðsíða 17
letzten Sommer, den er lebte, dang er keine Leute auf sein Schiff, wie er ge- wohnt war; er sagte, er rechnete nicht damit, daB er im Herbst rudern1 wurde, auch wenn er iiber die réttir2 hinaus leben wiirde. Am Tage der réttir ertrank er. Im letzten Sommer, den er lebte, sagte er einmal zu seinem Sohn, der da noch em Junge war: ,,Du bist zu jung, mein Hrolf, mich vor den Geirbodar3 zu retten“. Dort in der Náhe wird es ihn auf seiner letzten Seefahrt erreicht haben. Oft wurde Jakob in Krankheitsfállen geholt, und es gliickte ihm besser als anderen; er war auch besonders sorgsam und hilfsbereit von Natur . . . (Aus dem Berichte eines anderen Gewáhrsmanns.) Björn Johannesson in Sydri-Karastadir war zum Fischfang im Herbst oft in Illugastadir bei dem ver- storbenen Jakob. Er war Jakobs Freund und kannte ihn gut. Er hat mir ge- sagt, es wáre ihm oft unbegreiflich gewesen, wieviel Jakob geahnt hátte, was anderen völlig verborgen war. Einmal im Spátherbst, sagte Björn, wáren Johannes in Hindisvik und ein Tobias, ebenfalls von Hindisvik, zum Fischfang in Illugastadir gewesen, jeder auf seinem Schiffe. Eines Morgens, als die Seeleute nach dem Wetter aussahen, war Windstille, und Björn sagte, er hátte fest damit gerechnet, daB gerudert wiirde, und er sah auch, daB die Hindisviker gerade abfahren wollten. Er wun- derte sich da, daB Jakob nicht zu sehen war. Die Seeleute schliefen in der Kam- mer iiber dem Eingang, Jakob aber drinnen in der Badstube4. Da geht Björn hinein, um zu hören, was das bedeutete. Er sah da, daB Jakob in seinem Bette lag, und er (Jakob) fragt Björn sofort, ob die Hindisviker ruderten. Björn Sagte, er glaube es. Jakob bittet ihn da, nachzusehen. Björn geht hinaus und kommt sofort wieder und sagt, Tobias sei in die Bucht hinausgekommen. „Das weiB ich, der verdammte Narr“, sagt Jakob. „Geh schnell und versuch, Jo- ^annes zu fassen.“ Das gliickte Björn nicht, denn Johannes war abgefahren, a^s er an den Landeplatz kam. Es war dann gutes Wetter den gröBten Teil des ^ges, aber als er zu Ende ging, brach ein Siidoststurm los. Da war Tobias so nah ans Land gekommen, daB er nur noch wenige Faden von den Siidscháren von Illugastadir war. Die Leute in Illugastadir sahen, was kommen wollte, und kamen ihm zu Hilfe, und es gliickte ihnen, sie auf die Scharen zu retten, denn es war unmöglich, an ihnen vorbeizukommen. Es heiBt dort noch Tobiasspalt, wo das Schiff an Land gezogen wurde. 1 Mit „rudern" bezeiclinen die Islánder oft das Fischen in den offenen Ruder- und Segel- booten. 2 Die réttir sind das Aussondem der Schafe nachden einzelnen Besitzem im Herbst, 'venn die gemeinsamen Hochweidcn abgesucht sind. Ihr Tag ist in jeder Landschaftfestgelegt, er ^htum den 20. September herum. In der Jahreseinteilung der islandischen Bauern spielt er eine grofie Rolle. 3 Die Geirbodar sind blinde Scháren vor der Kiiste des Vatnsnes. 1 Die a Slube ist der Hauptwohn- und -schlafraum der islándischen Höfe. Im Hoftyp des Nord- andes liegt sie an ,jer Ruckseite des Háuserkomplexes. - Island 17

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