Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1935, Side 15

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1935, Side 15
Das bisher Skizzierte: Aufsparen des syntaktisch Wichtigen bis zum Satzende oder Einsetzung eines dem Sinne nach wichtigen Zusatzstiickes in diese Stellung, laBt sich vor allem dann beobachten, wenn der Dichter verwickelte Strophen, mit Satzverschlingung und Wortverstellung, baut. Nicht alle Strophen Kormaks sind in dieser Weise gestaltet. Er stellt zuweilen auch Satze von nahezu prosai- scher Wortfolge hintereinander und steigert von Satz zu Satz oder sogar von einem Satzghede zum anderen. Mit einem Yergleiche aus der Musik könnte man hier von kadenzierendem Bau reden. Man verfolge an den nachstehenden Bei- spielen das allmahhche Crescendo bis zum Eorte, mit dem das Thema einsetzt: V. 16. „Es sitzen und wetzen die Schwerter / meine Feinde / eines Katners Söhne / drinnen/nicht sind sie meineMörder!“ V.57. „Erkriegte... Schláge/auf den Kopf / mitten drauf, / er taumelt (Prás.!) ins Schiff zuriick. / Steure mich nicht an, Steingerd!“ Die vollkommenste Kadenz gelingt Kormak in der Paradoxenháufung des 42. V.; der Schaltsatz der ersten Halbstrophe staut die Kadenz bei ihrem Entstehen noch einmal auf, sie braust dann um so stárker iiber die Hemmung hinweg: „Schwerer Berg muB schwimmen schnell wie Korn auf Wellen, (sie will mich nur selten sehn) Welt untergehen, Riesenfelsen rollen, rings ins Meer versinken: Eh wie sie eine andre auf Erden hier werde. (Fortsetzung folgt.) Jakob Bjarnason in Illugastadir vonTheodor Arnb j örnsson. tíbersetzt von H ans Kubn Die folgende Gescbiebte ist entnommen aus den Sagnir af Vatnsnesi („Geschichten aus Vatnsnes“) von Tbeodor Arnbjörnsson, die in Lesbók Morguribladsins, der wöchent- bchen Unterbaltungsbeilage der Reykjaviker Zeitung Morgunbkut, in Jabrgang IX (1934) Nr. 48ff. erschienen sind. Sie erzahlen von dem Geschlecht, dem Jakob Bjarnason in Illuga- stadir angebörte. Es ist bier jedoch nicbt alles aufgenommen, was der Verfasser iiber diesen Mann bringt. Im ersten Teil des Abschnittes uber ibn gibt er Ausztige aus schriftlicben Bericbten mebrerer Gewáhrsleute. Dann erzáhlt er selbst nach múndlichen Quellen. Aus den abgedruckten Briefen ist bier nur knapp die Hálfte úbersetzt. Manches wiederholt sich ln ihnen; anderes schien von geringerer Bedeutung. Von der eigenen Darstellung Theodor Arnbjörnssons fehlt dagegen nur ein lángerer erster Abschnitt, der von einer Walfischjagd erzáhlt, bei dem Jakob Bjamason seine Hilfsbereitschaft und seinen Mut, seine grohe Klug- heit, gewaltige Willenskraft und záhe GeBundheit bewies. Die Geschichte spielt auf der Halbinsel Vatnsnes in der Mitte der groBen Bucht Húnaflói, in der westhchen Hálfte der Nordkúste Islands. Der Húnaflói ist 50 km breit und bis 70 km 15-

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