Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1929, Side 5

Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1929, Side 5
ltl Heljarvík 8 Menschen und fraB sie auf; 1648 kamen 14 Eisbáren an ^and ('Isl. Ann. S. 395; Espólín, 'Arb. VI, S. 125). Aber mit giitiger Hand entschádigt Mutter Natur diese unfruchtbarste Uad rauheste Gegend Islands und fúhrt ihren Bewohnern muhelos zu, was ^hnen mangelt. Der Reichtum an Treibholz ist ganz auffallend. Wohl Illag es im Altertum und selbst noch im 18. Jahrhundert mehr Treibholz §egeben haben als jetzt, aber die Fiille der angeschwemmten Stámme ist ll0ch heute auBerordentlich groB und fúr den Fremden geradezu úber- "’áltigend. Das Holz liegt meist nicht, wenigstens nicht das brauchbare, ^16 auf der Melrakkasljetta wahllos durcheinander am Strande, wie es die hhandung hingeworfen hat, sondern die Bewohner haben es sáuberlich 111 bestimmten Abstánden aufgestapelt, wie etwa bei uns in einem guten ^alde die geschlagenen Báume aufeinander geschichtet sind. Nur mor- Schen und verfaulten Stúcken, die úbrigens ausschlieBlich zur Feuerung ^ienen, hat man keine Sorgfalt und Aufmerksamkeit zugewendet. Manches ^°iz ist so verwittert und verfault, zuweilen sogar mit alten Erdschichten iJedeckt und lagert auBerdem Hunderte von Metern vom Strande entfernt, es aus einer Zeit stammen muB, wo die Kúste noch vom Meere bedeckt ^111- Ein Teil kommt von der Westkúste Nordamerikas mit dem Golf- Str°in, selbst weit unten aus dem Karibischen Meer — man findet darunter •iiahagonistámme und andere in súdlichen Gegenden wachsende Baum- arten, Nússe von NuBbáumen, die in Westindien wachsen, Kokosnússe, 'V(-'Stindisches Zuckerrohr (1797) und Bambusrohr; 1884 wurde im 'Ofeigs- ^íörður eine indianische Tabakspfeife angetrieben. Aber seitdem die Gegen- um die groBen nordamerikanischen Ströme bebaut sind, hat das Treib- ^olz von dort abgenommen; jetzt kommt das meiste aus demlnnern von öibirien, wo es von den groBen Flússen nach dem Meere gefúhrt und dann v°ur Polarstrom ergriffen wird, der es rund um Islands Nordkúste nach aeirr Súdosten, der Skaptafellssýsla treibt, z. B. Larixsiberica, Abies siberica, lcea obovata, Pinus cembra usw. Bei diesem Reichtum verkauften die ■^ornstrendingar frúher viel Treibholz, jetzt tun sie es nur noch zuweilen an ^le Bewohner der Barðastrandar-, 'Isafjarðar-, Stranda-undHúnavatnssysla 'Jtld lieBen beim Bau ihrer Háuser die gröBte Verschwendung walten. GroBartig, aber wild und unwegsam ist dieser Landstricli, lang wáhrt der luter, kurz ist der Sommer, arm an hellen, warmen Sonnentagen, reich an _egen, Nebel und Schneegestöber. Es ist darum auffallend, daB bei der Be- Slcdlung Islands die Drangahalbinsel, die Nordkaphalbinsel und vor allem ^c Hornstrandir mit einer gewissen Vorliebe gerade von den máchtigsten auptlingen aufgesucht wurden; vermutlich hat sie die Fiille des Treib- ° 2es und der groBe Reichtum an Fischen, Walen und Seehunden ange- 45

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