Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1929, Side 8
ein groöer und starker Mann, im Gebrauche der Waffen geiibt und ein guter
Hausvater, fuhr mit seinen Genossen nach den Strandir, der Wale wegen, die
bei den Gemeindeweiden angetrieben wurden. Þorgeirr hatte dort, wo er hin-
gegangen war, kein Gluck beim Fang; weder ein Wal noch andere Beute ficl
ihm zu. Als er hörte, daB Þorgils beim Zerlegen eines Wales wáre, ging er
mit Þormóðr dahin, und es kam zu dem auch in der Grettissaga beschriebenen
Kampfe. Þorgils fiel, Þorgeirr aber wurde geáchtet. Die Schwurbrúder blie-
ben diesen Sommer an den Strandir; alle Deute flúchteten vor ihnen, denn
sie gingen vor wie das Feuer im Getreide. Dann ging auch Þormóðr nach
Laugaból, Þorgeirr aber blieb den Sommer úber auf den Strandir und war
ein böser Gast fúr viele Menschen. Im Herbst brachte er sein Schiff auf den
Strandir an Land und fuhr nach Reykhólar (K. 7, S. 28—30).
Þórðr und seine Brúder kamen einen Monat nach ihrer Abreise aus Nor-
wegen nach den Vestmannaeyjar, segelten weiter westwárts, dann nördlicb
an den Strandir vorbei, da bogen sie in den Busen ein und hielten sich an
der Kúste. Þórðr war ein sehr betriebsamer Mann und ein hervorragender
Hausvater1. Er baute sich ein Schiff im Miðfjörður ... es war seine Absicbt,
daB das Boot nach den Strandir fahren und dort zum Fischfange dienen
sollte (Þórðar s. hr. K. 3, S. 7). Þórðr war an der Múndung beim Schiffbau
bescháftigt, er wollte mit dem Fahrzeuge nach den Strandir, Dorsche zu
fangen (K. 9, S. 28). Oddr in Miðfjörður legte sich auf Frachtgescháfte nacb
den Strandir im Norden und kaufte sich Anteil an einem Kahn. So brachte
er es zu Geld ... fuhr einige Jahre zwischen dem Miðf jörður und den Strandir
und wurde wohlhabend (Bandamannasaga K. 1, S.3). Glúmr auf Skriðins-
enni, ein groBer, starker, aber ungefúger und zu Gewalttátigkeiten geneigter
Mann, gab sich schon frúh mit Warenverkehr zwischen den Strandir und den
Nordlandschaften ab (K. 2, S. 4). Skúta war vom Mývatn nordwárts nach
den Strandir gefahren at rekum „nach dem was auf dem Meere treibt'
(Reydœlasaga K. 25, S. 85; — diese Stelle fehlt Viga-Glúmssaga, s. K. 16»
S. 42).
Finnbogi zog vom Víðidalur nach der Trékyllisvík, siedelte sich dort an
und erbaute einen stattlichen Hof. Er war ein túchtiger Hauswirt, besonders
betrieb er die Fischerei. Man hatte es auch so bequem, daB man die Fische
fast mit der Hand ans Land werfen konnte. Die Bucht wurde jetzt sehr be-
baut; es gab 352 groBe und ansehnliche Höfe und eine groBe Zahl Mánner.
Seinen Hof, ein groBes und stolzes Anwesen, nannte er Finnbogastaðir. Ef
lieB in seinem Gehöft eine groBe Kirche errichten; bestellte einen Priester
1 Alter Beleg dafíir, daB die Leute, die nach den Hornstrandir fuhren oder dort ansassig
waren, geschickte Handwerker waren. s Stark iibertrieben; heute gibt es dort nur 7—‘9
Höfe (K&lund, Bidrag til en hist.-topografisk Beskrivelse af Island. Kop. 1877. L
625); ilber die weiter unten beschriebene Lokalitat vgl. Kálund, S. 624.
48