Mitteilungen der Islandfreunde - 01.04.1935, Síða 33
schaftlichen Entwicklung seit 1929 bis 1934
einschl. bringt. Es sind fiir jedes Land die
deutschen und auslándischen Handelsstatisti-
ken gegeniibergestellt, die starke Differenzen
aufweisen. Dies erklárt sich aus den verschie-
denen Arbeitsmethoden der deutschen Stati-
stiken und denen der nordischen Lánder, die
z. B. bei der „deutschen Einfuhr“ nicht
Deutschland als Ursprungsland, sondern
als Herkunf tsland zugrundelegen. Die deut-
sche Ausfuhr nach dem Norden erscheint also,
da sie sehr viel Transitwaren enthalt, gröBer,
als sie tatsáchhch ist. Diese Diff erenzen in den
Statistiken haben stets bei Handelsvertrags-
verhandlungen zu Schwierigkeiten gefuhrt, so
daB es wertvoll erscheint, einmal eine solche
ubersichtliche Gegenuberstellung zu erhalten.
SchlieBlich ist fur die deutschen Handelsbe-
ziehungen mit jedem nordischen Land nocli
eine graphische Darstellung eingefúgt. Die
Kurven zeigen seit 1929 einen erschreckenden
Schwund von Ein- und Ausfuhr, der nun aber
dank der verstandnisvollenWirtschaftspolitik
des neuen Staates den verwandten nordischen
Landern gegenúber zum Stillstand gekommen
ist. Durchweg sind sogar schon Ansátze einer
neuerlichen Steigerung des gegenseitigen
AuBenhandelsvolumens festzustellen, und so
ist diese Veröffentlichung der Nordischen Ge-
sellschaft notwendig gewesen, um aufzuklaren
und Hoffnung zu geben. Sie will nicht nega-
tive Kritik úben, will aber auch nicht ver-
schleiern, daB in den wirtschaftlichen Bezie-
hungen zwischen Deutschland und den nor-
dischen Lándern in den Jahren seit 1929 un-
geheuer viel Gelánde verlorengegangen ist,
fúr Deutschland im Norden, wie fúr den Nor-
den in Deutschland. Aus der klaren Erkennt-
nis dieser Tatsache soll dem Kaufmann vor
Augen gefúhrt werden, wie der Herausgeber
im Vorwort schreibt: „daB es nur zielbewuB-
ter und záher Arbeit gehngen wird, abgeris-
sene Brúcken neu aufzubauen und verlorenes
Terrain wiederzugewinnen. Die Zahlen spre-
chen eine núchterne aber klare Sprache. Sie
zeigen den schwierigen Weg auf, der auf wirt-
schaftlichem Gebiet der deutsch-nordischen
Arbeit bevorsteht. Sie zeigen aber auch, daB
das Ziel gröBten Einsatz wert ist: Es geht
um die Wiederherstellung engster
■wirtschaftlicher Verfiechtung im nor-
dischenRaumzwischenNationalwirt-
schaften, deren Völker das Band ge-
meinsamen Blutesund das BewuBtsein
unverbrúchlicher Schicksalsgemein-
schaft verbinden." N. G.
Lauritz Nielsen: Registrant over Breve
fra og til Danske i udenlandske Bi-
blioteker. Kobenhavn: Levin & Munks-
gaard 1934. XVI, 290 S.
Die Kgl. Dánische Gesellschaft der Wissen-
schaften hat im vergangenen Jahre ein Werk
herausgegeben, das von allen, die sich mit
dánischer Geschichte befa3sen, als wertvolle
Materialsammlung begrúBt werden wird. Eine
eigens zu diesem Zwecke emannte Kommis-
sion wurde mit der Aufgabe betreut, die in
auslándischen Bibliotheken und Archiven be-
findlichen handsehriftlichen Quellen zur dá-
nischen Geschichte ausfindig zu machen und
zu registrieren, und als erste Frucht jahre-
langer Arbeit erschien nun ein stattlicher
Band Briefe von und an Dánen in auslándi-
schen Bibliotheken, besorgt von dem durch
seine ausgezeichneten Schriften zurdánischen
Bibliographie auch im Auslande bekannten
Lauritz Nielsen.
Uber die Tátigkeit der Kommission wird
in der „Nordisk tidskrift för bok- och biblio-
teksvásen“. Arg. 18, Uppsala och Stockholm
1931, S. 165—190, ausfúhrlich berichtet;
tiber die Aufnahme der vorliegenden Briefe
gibt das Vorwort des Bandes Auskunft. Da-
nach wurden sowohl öffentliche als auch Pri-
vatbibliotheken in Schweden, Norwegen,
Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland
und Frankreich durchforscht. Allerdings
konnte das nicht úberall mit derselben Grtind-
lichkeit geschehen. So beschránkte man sich
in Deutschland vorláufig auf eine planmaBige
Durchsicht der in norddeutschen Bibliothe-
ken vorhandenen Handschriften, auBerdem
wurden die Bestánde der PreuBischen und
Bayerischen Staatsbibhothek, der Sáchsi-
schen Landesbibliothek, der Universitátsbi-
bliotheken in Leipzig und Jena, der Herzog-
lichen BibUothek in Gotha, der Landesbiblio-
thek, des Thúringischen Staatsarchivs und
des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar
sowie der Staats-, Kreis- und StadtbibUothek
in Augsburg berticksichtigt.
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