Mitteilungen der Islandfreunde - 01.01.1929, Side 6

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zogen. Doch nur tapferen, jungen und frischen, am liebsten ledigen, Mánnern war es spáter geraten, an der Hornkiiste ihr Gluck zu versuchen; denn die Teilung der gefundenen Gegenstánde fúhrte leicht zu Reibereien und Tot- schlag. Sie sollten dort lemen, schreiben Eggert 'Olafsson und Bjarni Pálsson (Reise igjennem Island. § 635. Sorö 1772, deutsch. Kph. und Leipzig 1772/74)’ hart zu werden, strenge Arbeit auszuhalten und an diesen nördlichen Kústen Frost, Kálte, starke Sturmwinde und andere Ungelegenheiten der Schiff' fahrt ertragen zu können. Úber die Besiedlung und die Verháltnisse der Nordkaphalbinsel und deí Homkúste sind wir gut unterrichtet (Schumann, Islands Siedlungsgebiete wáhrend derLandnámatíð. Reipzig 1900, S.27; Bogi Th. Melsteð, 'Islendinga saga. Kph. 1903, I, S. 146/7). Geirmundr zog westwárts nach den Strandir und nahm Land vom Rýtagnúpr (heute Rit) ostwárts bis Horn und von da ostwárts bis zum Straumnes (zwischen Barðsvík und Bolungarvík). Er er- richtete 4 Höfe: einen in Aðalvík, den verwaltete sein Amtmann; den anderen in Kjaransvík, den verwaltete sein Knecht Kjaran; den dritten auf der west- lichen Allmende, den verwaltete sein Knecht Björn, der wegen Schafdieb- stahls geáchtet wurde, als Geirmundr tot war; den vierten in Barðsvík, den verwaltete sein Sklave Atli, und dieser hatte 12 Sklaven unter sich. Hella- Björn nahm Land vom Straumnes bis Drangar (Landnáma II, K. 20, S. 93 > K. 31, S. 116)1. Die Kústenstriche um Islands Nordkap waren also von Anfang an nicht Privateigentum, sondern Gemeindegut almenningar, und man unterschied, wie noch lieute, die westlichen und östlichen Gemeinde- weiden. Die Schwurbrúder Þorgeirr und Þormóðr scheinen sich hauptsách- lich auf den westlichen Gemeindeweiden aufgehalten zu haben (s. u. die reizende hvannir-Episode), hatten aber auch auf den östlichen einen Streit mit den Bauern von Lœkjamót. In der Sagazeit, d. h. von 930—1030, war zweifellos das Treibholz an der Hornkúste in noch reicherem MaBe vorhanden als heute. Alsönundr Holz- fuB sich an den Strandir niederlieB, grenzte er wohl mit seinen Nachbarn daS Eigentum ab, traf aber úber die Strandgerechtigkeit keine Verabredungi ,,denn damals trieb so viel an Land, daB jeder hatte, was er wollte" (GrettiS- saga K. 9,8). Auch die Fjorde (Reykjarfjörður und Trékyllisvík) waren da- mals voll von Fischen (K. n, 7). Spáter kam es freilich doch zu erbitterten Kámpfen, und es wurde als Bestimmung in die Gesetze aufgenommen, daC jeder das Strandrecht von seinen Lándereien haben sollte (K. 12, 17). Aber obwohl hiermit gesetzlich ausgesprochen wurde, daB im Zweifel der Strand 1 Die Zitate aus den Sagas mit Angabe der Kapitel und Seiten sind den handlicben Reykjaviker Ausgaben entnommen, Zitate mit Kapitel und Paragraph der Altnot- dischen Saga-Bibliothek; ílir die Sturlungasaga ist K&lunds Ausgabe benutzt. VoB Ubersetzungen sind die in der Sammlung „Thule" erschienenen verwertet. 46

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