Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Blaðsíða 9
9
§ 6. -að kommt nur vor in vereinzelten Wörtern wie:
jorað, N. Schmutz (abgeleitet von isl. jor, F. = Furche =
germ. ‘furhu, engl. furrow, mnd. vore), vgl. das isl. Sprich-
wort: fíflinu skal á foraðið etja = den Narren soll man in
den Schmutz (das unfahrbare) hinaustreiben.
Unað, N. Zufriedenheit (< *wunain, isl. una, vgl. unaðs-
semd, unaðssýnj.
Válað, N. (neuisl. volað, auch volœði) Elend, Armut (isl.
vála = jammern, klagen), ist vom gerrn. waiwalön (von
waiwa, Weh) gebildet.
Dieses Suffix kommt auch in anderen Sprachen vor, vgl.
got, liuhaþ.
Anm.: HéraðisteinurspriinglichesKompositum<*hari-raiða.
§ 7. -aö(ti)r (oað(u)r) ist eine alte Participialen-
dung, die in den anderen germ. Sprachen haufig vorkommt
und lat. -átus entspricht (lat. comitátus, gr. poijrvg), got. -öþus,
-ödus (gaunöþus von gaunön trauern, wratödus von wratön
reisen). Im Ags. kommen vor z. B. huntoþ, M. von huntían,
ahd. weinöt von weinön u. s. w.
Im Isl. sind die meisten der hierher gehörigen Wörter von
Verba auf -na gebildet.
Beispiele: árnaðr, bainaðr, búnaðr, darraðr, dugnaðr, fagn-
aðr, jarnaðr, jastnaðr, fatnaðr, jénaðr, jullnaðr, gelnaðr, hagn-
aðr, hernaðr, iðnaðr, klœðnaðr, kostnaðr, lifnaðr, marknaðr,
metnaðr, saknaðr, samnaðr, sjúknaðr, skapnaðr, skilnaðr,
skœvaðr, snúnaðr, sparnaðr, svájaðr, tignaðr, tjónaðr, trúnaðr,
valnaðr, varnaðr, vefnaðr, vegnaðr, verknaðr, vilnaðr, þjójn-
aðr, þrijnaðr, þrotnaðr.
Personennamen wie Andaðr, Beigaðr (fingierter Name in
der Heimskringla = BeiguðrJ, Geigaðr, Grenjaðr, Hallaðr,
Sváfaðr.1)
Beinamen wie: gnœvaðr (Gamli gnævaðarskáld in der
Snorra-Edda = der lautsprechende zum Vb. gnœja = sich
biiisten), grenjaðr Þorgils grenjaðr zum Vb. grenja), barkaðr
(Markús b. in Annalen 1360, zu bgrkr Borke: mil der knor-
1) Hier und ira folgenden wird nicht zwischen wirklichen und fin-
gierten, mythischen und geschichtlichen Namen unterschieden, sondern
ein liir alleraal an die Sammlungen von E. H. Lind (siehe Literatur-
verzeichnis) verwiesen.