Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Blaðsíða 6
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und sekundiire Suffixe ist in den germanischen Einzeldar-
stellungen so bekannt und besonders im Isliindischen so
durchsichtig, dass diese nicht beríicksichtigt zu werden
braucht; ein etwaiger Vergleich mit irgendeinem anderen germ.
Dialekt oder gelegentliche urnordische (urgermanische) Re-
konstruktion wird die Urformen leicht erkennen lassen.
In Bezug auf die urspriingliche Bedeutung und Anwendung
der Suffixe ftir persönliche und sachliche Konkreta, fiir Ab-
strakta, fi'ir Diminutiva, Kollektiva u. dgl. wiire eine Eintei-
lung auf geschichtlicher Grundlage zu wiinschen; da aber
die Veiwendungsarlen eines Suffixes verschieden sind und
ein und dasselbe Wort bisweilen in mehrere begriffliche Grup-
pen eingereiht werden miisste, und da auch die Grundprin-
zipien der germanischen Stammbildungslehre von diesem
Gesichtspunkte aus betrachtet seit dem Erscheinen von Fr.
Kluges Buche: Nominale Stammbildungslehre der altgerma-
nischen Dialekte (3. Aufl. Halle 1926) aligemein bekannt
sind, bezweckt die vorliegende Arbeit ein reichhalliges Mate-
rial der Verzweigung und Ausbreitung der einzelnen Suffixe
des Islándischen mit historischen Riickblicken und Verglei-
chen mit den náchslverwandten germanischen Dialekten
vorzufiihren.
§ 5. -a ist ein Suffix
1) der weibl. Nomina der schwachen Ffexion und be-
zeichnet
a) teils weibliche Wesen wie kona Frau, stelpa Mádchen,
Ása, Sváva, Svára, Póra; Koseformen auf -a wie
Gunna, Gudda, Sigga, Stína, Tóta})
b) teils Denominativa wie frilla (zu friðill Liebhaber),
unnusta Verloble (vgl. unnuslif
c) teils verschiedene Tiere wie lóa Regenpfeifer, naðra
Natter, rjúpa Schneehuhn.
d) teils verschiedene sachliche Iíonkreta oder Abstrakta
wie gáta Rátsel, jara Kampf, leiga Miete, slunga Stich,
vika Woche, þúfa Hiigelchen. Diese Wörter sind ver-
schiedenen Ursprungs; sie können von Nomina ab-
geleitet sein wie húfa Miitze (vgl. húfrf, von Adjek-
tiva wie lineisa Schande (vgl. hneissf, villa Irrtum (vgl.
1) Vgl. Finnur Jónsson: Kætenavne. Namn och Bygd 8, 40 ÍT. G.
Finnbogason: íslenzk gælunöfn. Skírnir 1926, S. 104 íl'.