Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Page 8
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6) Das -a in Wörtern wie einna (in der Verbindung einna
bezl(ujr — einer der besten) kann als Gen. Pi. (ana-
logisch nach z. B. œva-gamall sehr alt) aufgefasst werden.1 2)
7) Verba auf -a sind entstanden aus:
a) -an, alle starken Verba wie bíða got. beidan, gína
ags. gínan, bjóða got. biudan, sverfa ahd. swerban,
veja mnd. weven, leka ahd lechan.
b) -jan: brenna (< ‘brannjan), sœma (< *söujan),
tegma (< *taumjan, vgl. taumr Ziigel), œra (einen
wiitend machen < *örjan, vgl. órar Wahnsinn).
c) -ön: banna verbieten (< *bannön), glala verlieren
(vgl. gr. yaXáw], náða begnadigen.
d) -ain: lija leben « *iibain), spara sparen, vaka wachen.
Alle diese Zeilwörter sind auf verschiedene Weise gebildet
worden. Einige sind aus Ivonkreta abgeleitet wie enda been-
digen (got. andeis), egna als Köder benutzen /agnj, grgta
steinigen (grjótj, andere aus Abstrakta wie fóslra erziehen
/jóstrj, heiðra ehren (heiðrj, gegma beachten (neuis. aufbe-
wahren, vgl. gaumrj. Von Adjektiva sind abgeleitet Wörter
wie beina gerade machen (beinnj, eigna e-m zueignen (eiginnj,
villa irrefiihren (villrj. Von Adverbia sind abgeleitet Wörter
wie gppa aufheben (uppj, von Pronomina Wörter wie þéra
siezen, þúa duzen.
Von Verba sind viele Causativa entstanden wie senda senden
(< *sandjan), sleppa loslassen (zu sleppa — slappj, velta
walzen (zu velta — vall) u. s. w.
Iterative und intensive Bedeutung haben Wörter wie negða
nötigen, toga ziehen; viele dieser Iterativa uad Intensiva
haben Doppelconsonanten wie gabba e-n foppen (onomato-
poietisch nach Ehrismann, Beitr. 22, 564 f.), labba schlentern
(vgl. lafal, nudda reiben (vgl. hnjóðaj, snubba mhd. snuben,
vagga wiegen (vgl. vaga.-)
Einige Verba sind rein onomatopoietisch gebildet wie
kvabba anflehen.
1) Vgl. H. Kr. Friðriksson in Arkiv 14, 351 ff. (der es als einn + a
demonstrativum oder intensivum auffasst, nach peima).
2) Vgl. Etof Hellquist: Nágra anmarkningar om de nordiska verben
med mediageminata. Göteb. Högskolas Arsskr. XIV, 2. L. Bloomfield:
Einiges vom germ. Wortschatz. Germanica, Festschrift fiir Sievers
1925, S. 90 ff.