Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Síða 11
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Gafiak Wurfspiess hat auch die Nebenform gaflok (durch
ags. Einfluss: gafeluc,1) ist aus dem Keltischen entiehnt.
Kraðak bedeutet einen Haufen von Leuten: t*að var ógn-
arlegt kraðak í húsinu. Bei Cleasby — Vigfússon wird das
Wort in Verbindung mit ags. crowd gesetzt. Vermutlich ist
das Wort aus dem Norwegischen úbernommen worden, vgl.
norw. diai. Krade, M.: dichter Haufen, bes. von Lebewesen
(H. Ross).
Parrak bedeutet nach B. Halldórsson Ioramentum quo
pecus ferum v. fugax alligatur mansveto; davon ist abge-
leitet parraka lorare; das Wort kommt im Norweg. vor:
parak und parrak, N. Lamm und Zicklein. Scheint aus dem
ags. pearroc, M. Einzáunung (ahd. pfarrih, nhd. Pferch)
entlehnt zu sein.
Als Beiname kommt dies Wort einmal vor (Hildir parak
in der Landnáma, der Grossvater eines Besiedlers).
Skajrak kommt in Hornafirði vor und bedeutet elwas, das
mit grosser Fúrsorge zusammen geháuft wird; dies Wort
ist wahrscheinlich ein einheimisches Wort aus skaf-rak von
skafa schaben und raka das Heu zusammenrechen, auf
áhnliche Weise gebildet wie isl. skajka/ald, skajrenningr und
norw. dial. Skavgras. Zu vergleichen ist auch isl. afrak
(trockener, zermahlener Dúnger, der nicht in die Erde ein-
dringt und abgerecht wird). Dieses Wort skafrak gehört
demnach nicht hierher und ist fernzuhalten von isl. skaf-
rak in der Bedeutung Reitdecke, das Lehnwort aus dán.
skaberak (einem urspr. túrkischen Worte caprak) ist.
Skjaðak, N. wird besonders benulzt von der Pflanze lolium
temulentum und auch von schádticher Gárung in Getránken,
Bier u. dgl.; norweg. skjak und skjadak, schwed. dial.
skjáde, aus dem Keltischen, ir. sceathach, was Erbrechen
verursacht.
Slafak (slavak), N. bezeichnet Grasarten, die in úberdúngter
Erde, besonders in der Náhe des Dunghaufens wachsen, wie
Rispengras, Saatmiere und Táschelkraut; ferner weiches Heu
von fettem Wiesengrund (Bj. Halldórsson). Es scheint von
slaf- in isl. slabb, N. durchnásster Weg und slefa, F. Speichel
gebildet worden zu sein.
Slefrak kommt vor in Hornafirði und hat dieselbe Bedeu-
tung wie flóðrek — ans Land getriebene Heuhaufen am Ufer
1) Vgl. Hj. Falk: Altn. Waffenkunde S. 72 f.