Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Qupperneq 12
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eines Sumpfes, ist also von reka treiben gebildet und daher
fernzuhalten.
Svaðak, N. ist die Bezeichnung des Windhalms (agrostis).
Vermutlich ist das Wort von isl. svað, N. glatle Stelle abge-
leitet und zwar in der Bedeutung feucht, denn diese Pflanze
wachst besonders in feuchter Landerde, vgl. engl. swath
= Beihe von gemáhtem Gras, norw. svad, Adj. und svaden,
glalt, dial. svada, feucht werden. Ferner kommt im Isl. das
Zeitwort pjelaka, vor, pjelaka sér eitthvað (an der Ostkí'iste:
sich etwas erbetteln) und pjalaka (bisweilen in der Bedeu-
tung sich anstrengen, baxen).
Tóbak und lombak (isl. bisweilen umgestaltet tannbak)
kommen bekanntlich in verschiedenen europáischen Spra-
chen vor.
§ 9. -al kommt nur in wenigen Wörtern vor:
aðal, N. Natur, Charakter, óðal, N. Landeigentum (alt-
schwed. öþal, ahd. uodal, as. öthil, Ablautsform zu aðal),
meðal, N. Mittel.
§ 10. -ald kommt in vielen Wörtern vor:
hajald (Cl.—V.), rekald, sáld, skáld (Fr.),
eiskald, jarald (Lex. p ),
asald, dragald, folald, gímald, hringald, hrúgald, kajald,
kerald (kjarald), rambald, skajald, skotald, snjáld (S. Bl.).
Dieses Suffix ist aus dem idg. -tlo — oder thlo — ent-
standen und kommt in vielen Sprachen vor (griech. %v-tIov
= fliessendes Wasser, ahd. sta-dal = Stand, das Stehen,
ags. spáld = das Spucken).
Im Germ. wurde dies Suffix zu -þl-, -ðl- und darauf ist
Metathesis entstanden. Einige der im Isl. mit -ald- gebilde-
ten Wörter sind von Verba abgeleitet wie dragald (nisl.)
Treibanker (zu draga), rekald Strandgut; sáld, N. Sieb
ist wahrscheinlich aus *saih-aðla von der Wurzel *sihw-
entstanden, vgl. deutsch seihen, skáld, N. Dichter <; *skaw-
aðla (vgl. deutsch schauen).1)
Eiskald, n. ist laut Snorri Sturluson Benennung des Her-
zens; in den altn. Fáfnismgl schneidet Beginn dem Fáfnir
das Herz aus:
1) Vgl. M. Olsen: Hvad ■ betyder oprindelig ordet skald? Festskr.
til H. F. Fejlberg 221 ff.