Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Blaðsíða 30
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lich nur analogisch, das Wort ist von Serkir abgeleilet
und nicht von Haoay.jjvoí.1)
3) Es kommen vor auf -eskr: jarðneskr irdisch, þýðeskr
deutsch (ahd. diustiso).
So sind die Suffixe im Isl. auf -skr, -neskr und -eskr
alle aus germ. -iska- entstanden mit Ausnahme der pri-
miiren Bildungen auf -sk-, die keinen Mittelvokal hattcn.
§ 41. -essa ist das Suffix vereinzelter Fremdwörter wie
prinsessa Prinzessin.
§ 42. -g’tt ist das Suffix vieler schwachen Verba im Is-
Jándischen:
auðga, blóðga, blómgfvjast, fjölga, göfga, holdgast, hrímga,
hgrga, kviðga, kvángast, laufgast, lembga, lífga, lóðga, móðga,
nauðga, ráðgast, ryðga, sámga, saurga, syndga, skinga, sljófg-
ast, smjörga, snjófga, tímga, tjarga, vinga, þýfga, þrifgast.
Diese Verba auf -ga sind urspriinglich von Adj. auf ga-
abgeleitet worden: auðga bereichern von auðigr, auðugr reicb,
blóðga bluten lassen von blóðugr bíutig (vgl. z. B. norw.
blodga, ahd. bluotegön, ags. blódgian), nauðga vergewaltigen
von nauðugr gezwungen. Darauf ist ga- produktiv geworden
und ist in einzelnen Fállen an Adjektiva angehángt worden
wie hýrga mildern von hýrr, sanft, milde, sljófgast stumpf
werden von sljófr, stumpf, in den meisten Fállen aber an
Nomina wie blómgast bliihen von blóm, N. Blume, kvángast
zur Ehe nehmen fkván, F.), vinga (sich) befreunden von
vinr, Freund, þýfga einen des Diebstahls zeihen von þjófr,
Dieb.
§ 43. -g-i ist im Altisl. an vereinzelte Pronomina inde-
finita angebángt worden wie hvergi jeder (< hverr-fgi),
hvárgi, einer von beiden (< hvárr-gi), engi keiner (von
einn-fgi, eigentl. *ne einn-gi, vgl. gol. ni ainshun, ahd. -gin,
sanskr. -cana), manfnjgi, vgl. got. ni mannahun, wird in der
Skaldensprache als Nomen verwendet. Hvárgi kann auch die
Bedeutung haben: keiner von beiden. Im Neuisl. ist engi zu
engínn geworden, hvárgi zu hvorugur. Es kommcn dalier im
1) Vgl. dagegen Th. V. Jensen: Blandede sproghist. bidrag II. Nord.
Tidsskr. f. Fdol. IV. R. 5. Bd., 100 ff.