Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Side 31
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Neuisl. nur vereinzelte Male vor die adverbialen vcettgi nicht
< *ni waiht-gi und ekki nicbt < *ni ainat-gi.
§ 44. ist das besprochene -gi mit angebiingtem ad-
verbialen -s (Gen.endung) und kommt nur in vereinzelten
Wörtern wie einungis nur, Qllungis ganz (altschwed. allungis)
vor. Vgl. iibrigens -s, § 97.
§ 45. —i ist die Nominativendung der
1) schwachen Masculina: blossi, gumi, nqkkvi, stigi u. s. w.
Bekanntlich scheidet man zwischen reincn an-Stám-
men (gumi), wan-Stámmen /mqskvij und jan-Slámmen
(brglij. Inhaltlich wáre ein Unterschied zu machen
zwischen a) Wörtern, die Lebewesen bezeichnen, b) Sach-
wörtern und c) Abstrakta.
a) Von den Wörtern, die Lebewesen bezeichnen, sind
einige von der Wurzel abgeleitet wie bani Töter,
fangi Gefangener, Adjekliva wie þurfi bediirftig,
dumbi stumm. Viele solcher Wörter kommen háufig
in Komposita vor wie landseti (ags. landseta), sœfari
Scefahrer, úmagi der sich selbst nicht ernáhren kann
(zu megaf. Der Vokal der Schwundstufe ist bei die-
sen Bildungen am meisten hervortretend, doch
kommt auch der Vokal des Infin. wie in -beri Trá-
ger vor. Viele sind auch abgeleitet wie búi Bauer,
rúni vertraulicher Freund (von rún, F., vgl. raunen)
und sessi Beisitzer. Hierzu gehören alle Nom. propria
auf -i wie Bogi, Einriði, Gísli, Grani, Hqgni, Sqrli,
Tumi, Váli sowie Koseformen wie Dóri, Fúsi, Geiri,
Steini u. s. w.1)
b) Suchwörter. Diese sind sowohl primár wie bogi
Bogen, dreyri Blut (ags. dréor, M.), funi Hitze (got.
fön, N.), hnefi Faust, nqkkvi Boot, sleði Schlitten wie
sekundáre Bildungen: barði Schild (von barðf, hrími
Reif (von hrím, N.), stalli Erhöhung (worauf etwas
stehen soll, von stallr, M.).
c) Abstrakta. Diese sind entweder piimár wie agi, Un-
ruhe, Zucht, hroði Streit, Zánkerei, logi (mnd. lohe),
raki Feuchtigkeit, tregi Trauer, vafi Zweifel oder se-
1) Vgl. F. Jónsson: NoB. 8, 40—42 und H. Naumann: Altnord.
Namenstudien. Cap, IV.