Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Page 38
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spricht dem got. -ein in gaitein, N., junge Ziege (vgl.
z. B. ahd. fulln, N. Fiillen).1)
Hierzu gehören auch die Wörter feðgin, N. Pl. Vater
und Tochter, mœðgin Mutter und Sohn und sysíkin eines
von mehreren Geschwistern, die mit dem Suffix -ín(i)a,
das Zugehörigkeit bezeichnet, gebildet sind (zu feðgar
Vater und Sohn, mœðgur Multer und Tochter).
3) -in kommt vor in dem adverbialem megin auf Seite (ur-
spr. veginn, Akk. Sg.).2)
§ 51. -ín ist das Suffix von einigen Fremdwörtern im
Islándischen wie anilín, baldakín, mandólín, krínólín.
§ 52. -ína ist ebenfalls das Suffix von Fremdwörtern
wie maskína, F. Maschine, und Eigennamen wie Jakobína,
Filippína. Neubildung ist Pumalína.
§ 53. -indi (-endi) ist das Suffix vieler Wörter im
Islándischen.
1) Aus dem Part. Prás. sind einige Wörter im Islándischen
entstanden, teilweise durch Anhángung des ja- Suffixes
(die Neutra):
berendi, N. weibliches Tier (von bera gebáren), bind-
indi (bindendi), N. F. = bindandi, § 17, Enthaltsamkeit,
erindi (orendi), N. Auflrag, Erfolg, Inhalt einer Rede,
ist wahrscheinlich ein altes Part. (*arunþi-, vgl. as.
ahd. árundi, ags. ærendi), wáhrend erindi, N. Atemlosig-
keit ein Kompositum aus or- (< *us) -f andi Geist ist
(vgl. lat. exanimis). Hyggindi, F. (neuisl. N. Pl.) Klug-
heit ist das alte Part. hyggjandi, F., kvikindi, N. (kykvendi)
lebendes Wesen scheint der Bedeutung nach ein urspr.
Part. Piás. zu sein. Ferner: drýgindi, N. Pl. Vermehrung
(vom Vb. drýgjal, kvígindi, N. junge Kuh (analog. ge-
bildet nach kvikindi, vgl. norw. dial. kviend, altschwed.
qvigandi, von kvíga, F.), vélindi, N. [vœlindij, Speiseröhre
(vgl. norw. vélende, N., schwed. dial. válande).
2) Die meisten Bildungen auf -indi sind Substantivierungen
(durch -ja), des Adj. Suffixes -wandi, das in den anderen
germ. Sprachen háufig vorkommt, mit der Bedeutung
1) E. Lidén: Zur germ. Wortgeschichte. IF. XIX, 335 ÍT.
2) Vgl. Verf.: íslenzk tunga i fornöld'§íj 479, 483.