Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Side 39
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elwa: gereichend, dienlich zu elwas, bestehend in etwas,
vgl. ags. Adj. háhvende: isl. heilindi, N. Gesundheit
(*hailawandja >> *heilvendi >> *heilvindi >• heilindi),
ags. láþwende feindlich: isl. leiðindi, N. Widerwille (das
Adj. leiðindr kommt u. a. vor in der Reykd.), ags. heard-
wende: harðindr.
Die meisten dieser Wörter sind von Adjektiva abgeleitet:
bliðindi Lockung, fúlindi etwas verfaultes, góðindi (N. Pl.)
gute Sachen, was einem niitzen kann, harðindi harte
Behandlung, hógindi /hœgindi), hógyndi (N. Pl.) Bequem-
lichkeit, illindi (N. Pl.) was einem Schaden verursachf,
neuisl. Giámlichkeit, rangindi (N. Pl.) Ungerechtigkeit,
réllindi, N. was gerechtig ist, rœkindi, N. (was nicht ge-
gessen werden] kann wegen Unsauberheit: hann kvask
aldri elit hafa rækindi, in Fornmannas.; vom Adj. rœkr,
verwerflich), sannindi Wahres, veilindi Schwáche, vísindi
(N. Pl.) Nachricht, þarfindi Bediirfnis, þœgindi (N. Pl.)
Wohlgefallen.
Ferner (S. Bl.): anmindi, bágindi, fagrindi (und fegr-
indi, allisl. fagrendi, N. Pl.), /relsindi (ist kaum von
frelsa, sondern von frjáls mit Umlaut), fínindi, fríðindi,
hlgindi, klókindi, líkindi, margindi, naumindi, seinindi,
slœkindi, sœlindi, veikindi.
Von Nomina sind abgeleitet: hagindi N. Pl. Bequem-
lichkeit (von hagr, M.), hlunnindi N. Pl. Vorteil (von
hlunnr, M.), sárindi (N. Pl.) Schmerzen (von sár, N.
eher als vom Adj. sárr), skrípindi (N. Pl.) was durch
magische Kunst hervorgebracht wird (von skrípi, N.),
tíðindi N. Pl. Ereignis (von iíð, F.), vandindi, N. schwie-
rige Umstánde (von vandi, M.).
Nachdem das Sufflx -indi im Isl. produktiv geworden
war, konnte es auch an verbale Slámme gefi'igt werden
[dáendi, gróindij, an Práfixe [misindif, an Nomina (firn-
indi, skjaldindi, stafindij u. s. w. Wörter wie mýkindi,
styrkindi, þakkindi lassen kaum mehr erkennen, ob ein
Adj. oder Nomen zu Grunde gelegt wurde.
-indis vgl. -endis, § 37.
§ 54. -ing (-ning) ist ein in den germ. Sprachen (mit
Ausnahme des Gotischen) fruchtbares Suffix zur Bildung von
Abstrakten (ablautend zu -ung-). Wahrscheinlich ist g im Ur-
germ. an einen n- Stamm gefi'igt svorden und das Suffix