Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Qupperneq 46
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a. (S. Bl.): bruðningur Knochenúlze, kvalningur Misshand-
lung, lapningur ein Bisschen (Heu), marningur Kontu-
sion, matningur Wettstreit, melningur Welteifer, mœrn-
ingur zusammengelaufene Milch, molningur Brosame,
mulningur Zermahlenes, murningur schwaches Fieber,
narningur ein bisschen Futter, núningur Reiben, rún-
ingur Schafschur, saðningur Síittigung, skruðningur
Liirm, snúningur Drehung, troðningur Gedránge, þakn-
ingur Bedeckung, þjáningur Leid, Schmerz.
§ 58. -ini (-íni) ist das Suffix einiger Neutra im Is-
iándischen:
bindini Biindel, bgldrini hássliches, grossmáuliges Frauen-
zimmer, drgmbini(si\dis\.) Holzblock,g'i////7jiGulden (Fremdw.),
kvígini junge Iíuh, die nieht tráchtig wird, skreppíni flúch-
tiges Gaukelbild (Wörterbuch von Björn Halldórsson), stelp-
íni kleine Dirne, viðrini Hermaphrodit, villini in der Ver-
bindung villinistígur wilder Weg.
Alle diese Wörter sind ja-Ableitungen des german. Suffixes
-Ina (vgl. isl. bindin, N. und bindini), das enlweder Diminu-
tion oder Abstammung bedeutet und eine Substantivierung
des german. Adj. -ina- ist (das Abstammung oder Stoff be-
zeichnet). So ist isl. kvígini Dimin. zu kvíga (vgl. dazu got.
gaits und gaitein), und stelpíni zu slelpa. Drymbini ist abge-
leitet von drumbr und byldrini von buldur, N. (Lárm, Ge-
schwátz), wáhrend skreppíni, das auch unheimliches Gefiihl
bezeichnen kann (= isl. skreppingur) zum Verb. skreppa
gleiten gehört (vgl. isl. skgni skroppinn unbegabt). Viðrini
scheint eine Ableitung des germ. wiþra (Adv. und P/ápos.)
zu sein (mit der in *vid- steckenden ursprúnglichen Bedeu-
tung = trennen, teilen).
Als Beinamen kommen vor: gellini (Arnljótr g.), vom
Namen des Hofes Gellvin, Gellin und kikini (Oddr kikina-
skald), vom Namen des Hofes Ivikin abgeleitet.
Anm. 1: Úber jeðginfi), sgslkinfi), mœðginfi), vgl. § 50.
Aum. 2: Der Personenname Guðini (spáter Guðni) ist das
ags. Wort Godwine.
§ 59. -inn. Das im Islándischen weitverbreitete Suffix
-inn hat zweierlei Ursprung. Teils ist es germ. -ina-, ablau-
tend zu -ana- und -una-, teils entspricht es dem got. -eina.
A) Auf germ, -ina gehen zuriick u. a.: