Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Síða 48
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visinn, vilinn bestimmt fur (zu vitaj, vaðinn (in
der Bedeutung beraubt, zu vaðaj, gfrinn reichlich,
þrútinn, þrifinn, nkkvinn geschwollen (vgl. akkr, N.
Geschwulst).
Die^meisten dieser Wörter sind Partic. von starken
Verba. Einige haben partic. Funktion (wie opinn,
yfrinn). Hierzu gesellen sich die Partic. auf -inn, die
von schwachen Verba analog. nach den starken ge-
bildet wurden, wie talinn (zu telja), táinn (neuisl.)
gezupft (zu tœfgjjaj, vakinn (zu vekjaj, valinn (zu
veljaj, þakinn (zu þekjaj. Ferner die Participia ne-
cessitatis, die meistens Komposita sind wie auðbeðinn,
auðfundinn, torfenginn u. a.1)
B) Auf -ína endeten im Germ. ursprunglich Stoffadjektiva.
Dies Suffix war im Germ. wie in den i'ibrigen idg.
Sprachen lebenskriiftig, vgl. got. muldeins, silubreins, ags.
hyrnen, wyllen, ahd. hulzin, hanafin, griech. vhvo?, nkQivog,
lat. taurlnus, vulplnus. Im Isl. ist die Zahl der Stoffadj.
gering (vgl. birkinn, gullinn, sendinn, mylinn rötlich (Bei-
name des Mondes, vgl. lat. mulleus),2) silfrinn in Silfrin-
toppr, tyrfinn (neuisl. zu torfj, tvislinn (neuisl.) zu tvistur,
M. (ein Stoff), ullinn (neuisl.) zu ull. Das Suffix -Ina
wurde auch verwendet, um Zeitbegriffe zu bilden, vgl.
got. aiweins, isl. œfinn, und Raumbegriffe (vgl. ahd.
sundirln = siidlich). Ausserdem sind in den germ. Spra-
chen viele Wörter von meist sittlicher Bedeutung damit
gebildet (got. sunjeins wahrhaftig, ags. brémen berúhmt,
ahd. lugin lúgenhaft). Im Isl. ist das Suffix -Ina- sehr
verbreitet; die Bedeutung des Hanges, der Neigung haftet
besonders im Isl. an diesen Bildungen.
Diese Wörter sind abgeleitet von:
1) Nomina wie: beysinn (neuisl.) schwer, bedeutend (vgl.
norw. boys, F. = schwere Frau), brellinn (neuisl.)
listige Person (zu brella, F. oder Vb. brella), dásinn,
dœsinn faul (zu dási, M.), bússinn (neuisl.), auch
bústinn fett, gedeihlich (zu bússa, F. fettes Frauen-
zimmer), dentinn (neuisl.) wichtig (zu deniur, vgl.
dinlurj, drafinn (neuisl.) verdorben (zu draf, N.),
1) Úber den Ursprung des participialen -inn vgl. Verf.: íslenzk tunga
í fornöld § 158.
2) Vgl. F. Holthausen: Etymologien. KZ. 1922, 141 ff.