Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Qupperneq 66
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negli Holz, aus dem Holznágel gemacht werden, skrifli
Plunder, Kram, stingli zusammengelaufene Milchstrie-
men vom Euter der Kúhe, die eben gekalbt, oder der
Schafe, die Lámmer geworfen haben.
§ 78. -ligr(u)r war ein weitverbreitetes Mittel zur Bil-
dung zusammengesetzter Adjektiva, germ. lika- und beruht
auf dem gemeingerm. Ilka Körper, Leib. Die Adjektiva, die
damit gebildet wurden, waren urspriinglich Bahuvrihi, vgl.
got. samaleiks gleichen Körper habend; nur in den Prono-
minalbildungen im isl. hvílíkr, pvílíkr, slíkr und in dem Adj.
glíkr (= got. galeiks) ist im Isl. die urspriingliche Bahuvri-
hibildung erkennbar.
Im Isl. wurde das zu Suffix gewordene -lig(u)r gefiigt an:
1) Nomina wie guðligr, konungligr, mannligr, dagligr,
stundligr und entspricht in vielen Fállen dem Suffix
-inn (gulligr = gullinn) oder -ugr (blóðligr = blóðugr)
oder -óttr (steinligr = nisl. steinóttur).
An die Genitivform wird -ligr gefúgt:
-s: jjándsligr, geðsligr, trollsligr, þrælsligr.
-ar: lieiðarligr, ógnarligr, fqðurligr.
-a: blómaligr, háskaligr, hjartaligr.
-u: elskuligr, furðuligr.
Gen. Pl.: bœnaligr, hjónaligr.
Mit Abwurf der Gen. -endung: félagligr, hjartligr
(— hjartaligr/.
Viele Wörter treten mit i als Vokal der Kompositions-
fuge auf; dies i geht teilweise auf ja-Stámme wie hirði-
ligr (auch hirðaligr), leyflligr (zu leyfi, N.), drengiligr,
teils auf In-Stámme zurúck wie fýsiligr, hrœsniligr,
tygiiigr •’)
2) Adjektiva (und Nebenwörter) wie jagrligr, optligr, ojar-
ligr; in Gen.: einsligr, illsligr, vándsligr; von ja-Stám-
men: bœriligr, guðrœkiligr, þœgiligr.
Mit Abwurf des Ivompositionsvokals: lieilnœmligr, já-
tœkligr, slœgligr.
3) Verba wie breytiligr, lirœðiligr, hyggiligr, lystiligr.
Das Nebeneinanderbestehen von Verba auf -jan und
Nomina auf -i (vgl. fœri und fœra, jýsi, F. und fýsa,
Vb.) hat vielleicht mithewirkt, dass die ja- Verba
1) Vgl. I. Swenning in Arkiv 23, 1 ff.