Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Side 69
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kleiner Seehund (zu kópi, M.), mislingar Masern, moðlingur
kleiner Knabe, Knirps, munklingur kleiner Novize, mœlm-
lingur Metalloid (Neubildung), peðlingur Knirps (zu peð, N.),
pgslingur kleines Biindel (Bj. Halld., zu posi, kleiner Sack),
reiflingur Wickelkind (zu reifar, F. Pl.), ritlingur kleine
Schrift, riflingur zerlumpter Mann, rgttlingur kleine Ratte (zu
rotta, F.), ruglingur Verwirrung, Unordnung, rœtlingur kleine
Wurzel (zu rót, F.), sgkklingur Halbstrumpf (zu sokkur, M.),
sjúklingur Patient (zu sjúkr, Adj.), skerlingur junger, halb-
gewachsener Basstölpel (sula bassana, auf Vestmannaeyjar,
zu sker, N. Riff), smgrðlingur Mumie (zu smgrja besalben),
stanglingur ein bisschen hie und da (vgl. á stanglingi),
steglingur rauhes, kaltes Wetter (Ost-Island), stráklingur klei-
ner Knabe (zu strákr, M.), tgpplingur unruhiges Meer mit
spitzenförmigen Wellen (zu toppr, M. Spitze, Vestmanna-
eyjar), unglingur Jiingling (aus dem dán. deutschen), vand-
lingur = vettlingur (in West-Island), Fausthandschuh, veik-
lingur Patient, schwáchl. Person (Nordisland).
Die allermeisten dieser Wörter sind also von Nomina oder
Adjektiva gebildet worden, die diminutive Bedeutung schim-
mert in den meisten Fállen durch.
§ 81. Mit dem Suffix -lung(u)r sind nur vereinzelte
Wörter gebildet worden wie:
buðlungr Fiirst, König (vgl. isl. Buðli, zum Vb. bjóða be-
fehlen, ahd. Budilingen (Bodilo),1) bumlungur (neuisl.) =
bútungur kleiner Fisch, der gesalzen wird, ohne gespalten zu
werden, hnuplungur Scharbe (halicus carbo, zum Vb. hnupla
schnappen), kuðlungur Seeschnecke (= kuðungur, kúfungur
§ 125), miðlungur Mittelmássigkeit (von Personen).
Eigennamen wie: Buðlungar (Nachkommen von Buðli,
Sohn von Halfdan gamli), Humlungr (HjQrvarðsson), Nifl-
ungar, Sturlungar (Nachkommen von Hvamm-Sturla).
Beinamen wie: kuflungr (Jón k. in Eirsp., zu kuft, N.
Mönchstracht), miðlungr (Þorleifr m.).
§ 82. Das m- Suffix scheint ursprúnglich ein Konkret-
suffix zu sein und kommt in verschiedenen germanischen
und indogermanischen Sprachen vor; das isl. rjómi entspricht
mit anderer Ablautsstufe griech. gvpa; taumr ist das ahd.
1) Vgl. E. Hellquist in Tf.Fil. 12, 49 ff.