Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Síða 80
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werden (zu þófinn verfilzt), þrekna sich entwickeln,
breiter werden (þrekinnj, þrútna schwellen (þrútinn),
þústna kalt werden, frieren (Bj. Halld. þústinn =
barsch, unfreundlich), þvagna ausgewaschen werden
/þveginnj.
Bei einigen dieser Wörter kann nicht entschieden
werden, ob sie von der Schwundstufe eines Stammes
abgeleitet wurden, oder z. B. vom Nomen wie etwa
blolna nass werden (Schwundstufe zum Adj. blautr,
dazu bloti, M. Násse, ein Wort, das allerdings erst im
Neuisl. auftritt, vgl. dazu gr. (pkvöagóg = weich von
uberflíissiger Násse) oder etwa vom Part. auf -inn
(vgl. bogna, dazu bogi, M., Part. boginn).
Die intransitive Verwendung und díe inchoative
Bedeutung vieler dieser Verba spricht fiir die Ab-
leitung von der Schwundstufe jedenfalls bei den
Wörtern, wo keine Nebenformen im Isl. zur Seite
stehen (etwa Nomina und Participia auf -inn). Dass
viele dieser Wörter den Vokal auf -o zeigen, deutet
darauf hin, dass im Urnordischen die Participia auf
-inn (trotz der urnordischen Belege auf -inaR: hai-
tinaR, slaginaR),1) jedenfalls eine Nebenform auf
-anaR gehabt haben.
§ 88. Die Wörter auf -ni sind:
1) Masculina wie: burkni Farnkraut (zur Wz. *burk-, ver-
wandt mit jrek-na Sommerfleck, schwed. bráken, engl.
brake), hqgni Kater (vgl. nhd. hecken sich paaren, asl.
kocaní mánnliehes Glied), kogni (neuisl.) Schlingel
(viell. verwandt mit kog-la verstohlen seitwárts blicken),
sjafni Liebhaber (abgel. von sjqfn, vgl. sefi), skjóni
Schimmelpferd (germ. Wz. *skauni strahlend), þrafni
Balken (vgl. þref, N. Boden, Geriist, auch þrep, vgl. gr.
TqácpgZ Balken), þjösni (neuisl.) grober Schwindelkopf
(zu þjazi Riese (der Vater von Skaði in der Edda)).
Eigennamen wie: Guðni (vgl. § 58), Hqgni, Magni,
Rakni (Seekönig), Sókni, Tjqsni (vgl. norw. tjasa
schwatzen).
2) Neutra wie: frœni (neuisl.) Stigma (bot., vgl. frœ, N.),
léni (neuisl.) 1) Lehn (= lén, N. zu *llhwan) 2) Sen-
1) Vgl. Verf.: Grammatik der urnord. Runeninschriften, § 159.