Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Qupperneq 99
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teihveise mit Mittelvokal, vgl. isl. þyngsl, N. Last (< *þung-
isla). Viele der Konkreta sind von starken oder schwachen
Zeitwörtern abgeleitet. Das Suffix -sla könnte aus idg. -tlo-
entstanden sein, indem ein s sich entwickelte, wenn die
Wurzel auf Dental ausging.
Neutra auf -sl. sind u. a.: bœgsl (bœxl} oberster Teil der
Vorderbeine bei Tieren (< ‘bögisla, isl. bógrj, beizl (neuisl.
beizlil Zaum (zu bítaj, benzl Biegung (von gespanntem Bogen,
zu benda, vgl. isl. benda boga den Bogen spannen), drœgsl
(neuisl. auch drœgsli etwas schweres, das man nach sich
schleppt, Schindmare, < *drögisla zu dragaj, eymsl (neuisl.
auch eymslij wunde Stelle (zu aumrj, harzl (neuisl.) Un-
gleichheit auf schneefreiem, gefrorenen Wege (zu harðrj,
húsl (oder hunslj die Hostie des heil. Abendmahls (got.
hurisl),1) kennsl (Pl.) Beschuldigung (bera kennsl á hendr
e-m, neuisl. = Kenntnis, zu kennaj, kynsl — kynstr Wunder,
wunderbares Mittel (zu kyn < *kuni, vgl. isl. kynlegr wun-
derbar), meiðsl (meizlj zugefiigte Bescbádigung, Wunde (zu
meiðaj, rennsl (auch F.) = rennd Lauf, Fahrt (zu rennaj,
skarsl Lichtschnuppe (zu skeraj, skersl (neuisl., PI.) steiniges,
unfruchtbares Gelánde (Árness.), skramsl (neuisl.) Knarren,
Rasseln (vgl. dán. skramle), skrimsl schreckliche Erscheinung,
Gespenst (Wz. *skri-m-), skurðsl (neuisl., bei Scheving) ge-
hackter Kohl, skurmsl Schale (= skurn, skurm- vgl. norw.
skurm, F., zur Wz. *sker-), smyrsl Salbe (zu smyrjaj, spennsl
(Pl.) Schnalle, Spange (vgl. isl. spenni, N., zu spenna, ags.
spennels), venzl (Pl.) Verwandtschaft oder Freundschafts-
beziehung (vgl. isl. vandamenn), vermsl (Pl.) warme Quelle,
die nie gefriert (zu verma), víxl Wechset, þyngsl (auch F.)
Beschwerde, Ungelegenheit (zu þyngjaj, þyrmsl (Pl.) =
þyrmslir schonende Stellung (zu þyrmaj, tengsl (Pl.) Band
(zu tengjaj, œrsl (PI.) Verwirrung, Geistesverwirrung (zu
œra, vgl. órar/.
Als Feminina kommen vor: pínsl Peinigung, Qual (zu
pina, lat. poena), skírsl Taufe (zu skíraj, vœgsl Schonung
(vgl. vœgð, zu vœgjaj, þrœngsl Gedránge (vgl. þrengva,
þmgr).
§ 105. Feminina auf -sla sind u. a.:
beiðsla (beizlaj Begehr (zu beiðaj, byrðsla (neuisl. Spill-
1) Vgl. E. Rooth: Beitr. 49, 114 ff.