Árbók Háskóla Íslands - 02.01.1927, Page 107
107
Hierzu gehören ferner einige Adjektiva wie bjar-t-r
hell (got. bairhts), réttr gerade (lat. rec-tus), sáltr be-
friedigt, in Ubereinstimmung mit (lat. sanctus).
2) Ursprtingl. -tr- (vgl. -dr § 33):
a) Neutra wie flaustur (neuisl ) Eilfertigkeit, Fahrlássig-
keit (zu *flaus- *flus-, norw. flaus freigebiger Mann,
vgl. isl. flasj, hreislr Fischschuppe (idg. Wz. *kris-),
hrjóstr unfruchtbarer Ort, rauher Boden (Wz. *kreus-
in gr. y.Qvog Frost), látr Wildlager (Wz. *legh- liegen,
vgl. gr. Uy.xQov), nostur (neuisl.) Herumbasteln (vgl.
norw. nossa = sich elwas behaglich machen, vgl.
ndd. nuscheln, langsam arbeiten), slátr Fleisch von
geschlachtetem Vieh, vastur (neuisl.) Miihe (vgl.
vasast i, eig. einwickeln, norw. vasa).
b) Feminina wie leiptr Blilz.
c) Masculina wie blástr das Blasen (Dat. blœstri und
blœsti, zu blásaj.
§ 115. -tt kommt vor in Wörtern wie þótt < þó at
wenn auch.1 2 3)
§ 116. Uber -aðr vgl. -aðr § 7. Ausschliesslich -uðr
haben im Isl., besonders Neuisl., einige Wörter wie könn-
uður, köguður, mjötuður, skrautuður u. a.
Von Eigennamen kommen vor u. a.: Dqrruðr, Geiguðr,
Hnikuðr (vgl. Hnikarr), Jqljuðr?) Svýsuðr, Sviðuðr (zu sviða,
F. Spiess),a) Svipuðr, VQfuðr, Výsuðr.
Von Beinamen z. B.: glQmmuðr (Grímr gl., zu glamm, N.
Lárm), skrofuðr (Þorbjíjrn skr., vgl. norw. skrove schwatz-
hafter Mann), svQrfuðr (Þorsteinn sv., zum Vb. svarfa et-
was in Unordnung bringen).
Anm.: Níðuðr ist aus Níð-hqðr entstanden.
§ 117. -u.g-r ist Adjektivsufflx. In den altgerm. Sprachen
wechselten -ag-, -Ig- und -ug-, die in Ablautsverháltnis zu
einander standen; -ag trat bei den a- und u-Stámmen ein
(vgl. got. mðdags, ahd. snéwag, got. grédags zu grédus), -Ig
1) Uber die Verdopplung des t vgl. Verf.: íslenzk tunga í fornöld
§ 245 ff.
2) Vgl. Hj. Falk: Odensheite S. 21.
3) Vgl. Hj. Falk: a. a. 0., S. 28.